THE DRIFTWOOD FAIRYTALES – TRAILER PARKS AND UNICORNS

THE DRIFTWOOD FAIRYTALES – TRAILER PARKS AND UNICORNS
(Found Of Life Records)

Immer wenn ich die Kategorie ”Indie” auf dem Promozettel lese, klingeln bei mir ein wenig die Alarmglocken, denn Indie muss nicht immer Gutes bedeuten, vor allem dann, wenn die Musiker meinen, einen pseudo-abgedrehten Sound zu fabrizieren, der nichts anderes als experimenteller Noise ohne Strukturen ist. Die Typen hinter den Instrumenten sind dann die, die in den Musiksendern immer gelangweilt Interviews geben und so tun, als ob sie völlig stoned wären, bei denen immer nur einer spricht und alle anderen mit den Haaren ins Gesicht gekämmt nicken oder ziellos durch die Gegend schauen, weil… is ja Rock´n´Roll und so.

Was das mit THE DRIFTWOOD FAIRYTALES zu tun hat? Gar nichts! Die wirken irgendwie anders, zwar trotzdem ein wenig Indie, aber nicht dem Klischees des eben beschriebenen Beispiels entsprechend. Für Pop zu hart, für Punk zu weich. Pop-Punk? Ein wenig vielleicht, aber nicht durch und durch. Ich würde THE DRIFTWOOD FAIRYTALES als niveauvolle Rockband bezeichnen, deren Einflüsse im Punk wie auch im Folk zu finden sind, die nicht auf Härte, sondern auf Melodie setzt. Textlich strahlt das viele Emotionen aus, kommt stellenweise auch recht persönlich und traurig rüber, viel Herbstfeeling, aber auch ein wenig Sommer. Das ist jetzt nicht vorrangig die Musik, mit der meine Ohren am liebsten gefüttert werden, aber schlecht kann ich das Album auch nicht wirklich finden, denn dazu hat es eine zu sympathische Ausstrahlung und zu viel Ohrwürmer an Bord.

Ob es für die Berliner Band reicht, um aus der Masse an Bands hervorstechen, wird man sehen, obwohl ich denke, dass das nicht unbedingt das Vorhaben ist und man einfach nur Musik machen möchte. Dafür das es nach der Bandgründung im Jahre 2009 das erste Album dieses Quartetts ist, ist das jedenfalls ne´ akzeptable Leistung, die hier komponiert und eingespielt wurde. Spike

www.myspace.com/thedriftwoodfairytales