THE TRADITIONALS – STEEL TOWN ANTHEMS

THE TRADITIONALS – STEEL TOWN ANTHEMS
(Impact Records)

Hymen der Stahlstadt. Pittsburgh, der Heimatstadt der TRADITIONALS, wurde von der Stahlindustrie geprägt, galt bis zur Stahlkrise sogar als größter Stahlerzeuger der USA. Da fühlt man sich natürlich der Tradition verpflichtet und wühlte nicht nur beim Cover in der Fotokiste aus längst vergangenen Zeiten. Auch das Thema Arbeiterklasse spielt beim mittlerweile fünften Album der US-Streetpunker wieder eine große Rolle.

Doch haben wir es hier nicht mit einer Working Class Band zu tun, die ansonsten Scheuklappen trägt, sondern mit einer, die durchaus auch andere Umstände anzuprangern oder auszusprechen hat. Wirkliche Party- oder Sauflieder sucht man vergebens (oder ist “Weekend is here again“ ein solches?). Der Alkohol mag gewiss keine unwichtige Rolle im Leben des Quartetts zu spielen, aber die Priorität liegt diesmal auf anderen Dingen, was ich nicht unsympathisch finde. Zwei vertraute Coverversionen von THE OPPRESSED (Violence) und SHAM 69 (Borstal Breakout) lockern die Platte auf und deuten auf die Einflüsse der Pittsburgher hin. Zum Streetpunk gesellt sich noch ne´ Ladung Oi! So klingen THE TRADITIONALS ein wenig wie ne´ Kreuzung aus den ANTI-HEROS und aufgrund des zeitlich angepassten Soundgewands auch ein bisschen nach den U.S. BOMBS.

Streetpunksammler und Fans der Band dürften hier sicher nichts verkehrt machen, da das Vorgetragene sich vertraut anhört. Für mich ist es Durchschnitt, meinetwegen auch besserer Durchschnitt, mehr dann aber leider nicht. Anständig, scharfkantig und authentisch vorgetragen ja, aber richtige Mega-Ohrwürmer kann ich jetzt nicht herausfiltern. Steff

www.myspace.com/thetraditionals