AUßER ICH – VON VORNHEREIN SCHADE

AUßER ICH – VON VORNHEREIN SCHADE
(Tumble Weed Records)

Mit ihrem Albumtitel haben die drei Jungs von AUßER ICH den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn irgendwie will sich mir nicht recht erschließen, was die Band hier vermitteln will. Schon das beigelegte Infoblatt stiftet Verwirrung, da man sich hier mehrfach revidiert und gegenteilige Aussagen abgibt. Sollte das etwa Absicht sein?

Jedenfalls ist diese Bandinfo im selben diffusen Stil gehalten wie die lyrischen Ergüsse des Trios. Man trifft auf pseudo-intellektuelle Metaphern mit reichlich Platz für phantasievolle Missinterpretationen. Daneben gibt es viele schmalzig-emotionale Wunschträume zu hören, so dass mich nicht nur einmal, ob der wunderlichen Texte, das Entsetzen gepackt hat. Vielleicht bin ich auch nur zu blöd und zu gefühlskalt um den Ergüssen etwas abgewinnen zu können. Allerdings bin ich auch nicht gerade ein begeisterter Anhänger der Emo-Schiene oder der Hamburger Schule. Eben diese werden nicht nur textlich sondern auch musikalisch ausreichend zelebriert. Eine gewisse Eigenständigkeit kann man der Band dabei nicht absprechen. Und wenn wir gerade schon bei den positiven Eigenschaften dieser Digi-Pack-CD sind, sei hier auch noch der kratzige Sound hervorgehoben, der wenigstens ein bisschen an die Garage erinnert. Ob man das nun als Punkrock bezeichnen will, bleibt jedem selbst überlassen. Zumindest will sich die Band nicht in eine Schublade stecken lassen, was ich durchaus nachvollziehen kann. Denn dies ist bei AUßER ICH wirklich nicht ganz einfach. Eigenständigkeit ist allerdings nicht darauf abonniert, jedem zu gefallen.

Meinen Geschmack trifft die Indie-Combo mit Punk- und Emoeinflüssen jedenfalls nicht. Manch andere, kopflastigere Menschen werden dies womöglich anders sehen und bestimmt gefallen an dem Silberling finden, und die – objektiv gesehen – durchaus vorhandene musikalische Qualität mehr zu schätzen wissen. Mirko

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