IN BEAR COUNTRY – S/T
(Found Of Life Records)
IN BEAR COUNTRY stammen aus der kanadischen Provinz British Columbia und stellen uns hier ihre Debüt-EP vor, der im Laufe des Jahres noch ein Longplayer folgen soll. Auch wenn die Band noch nicht sonderlich lange existiert, haben die Musiker doch schon ein paar Jahre im Musikgeschäft auf dem Buckel.
Die fünf Songs auf dieser EP, die eine Laufzeit von fast 20 Minuten aufweisen, präsentieren melodiösen Mid-Tempo-(Punk)Rock mit, wie soll ich sagen, einem gewissen Anspruch. Die Songs sind ausgereift, gut arrangiert und abwechslungsreich. Mal auch etwas softer, mal mit gesteigertem Härtegrad. An ihren Instrumenten sind die Jungs auch ziemlich fit aber vor allem die großartige Stimme von Sänger Stuart kann durch ihren starken Ausdruck und ordentlich Power überzeugen. Trotzdem ist mir die Musik insgesamt etwas zu poppig und mainstreamlastig. Irgendwie hab ich da immer die BEATSTEAKS oder BILLY TALENT im Hinterkopf. Die Texte erzählen Geschichten direkt aus dem Leben. Und das mit Tiefgang, starker emotionaler Note und reichlich nostalgiegeschwängert. Das grenzt fast an Depression und Esoterik, passt aber ausgezeichnet zur musikalischen Untermalung.
Mit ihrem Debüt zeigen die Kanadier, das sie musikalisch einiges zu bieten haben. Mir ist das alles manchmal, wie schon erwähnt, zu sehr auf die breite Masse zugeschnitten und auch zu radiotauglich, aber wen interessiert schon meine Meinung. Beim ‘Rock am Ring’-, ‘Southside’- oder ‘Hurricane’-Publikum dürften IN BEAR COUNTRY jedenfalls uneingeschränkten Zuspruch finden. Mirko





“Damit wir uns nicht weiter im Kreis drehen und eventuell etwas in den falschen Hals bekommen, was da gar nicht rein sollte, sollten wir uns darauf einigen, dass IBC `ne frische, gute Band ist, die über Potential verfügt und hoffentlich noch einiges von sich hören läßt”
Damit sprichst du mir aus der Seele! Liebe Grüße & …mirko!
Moin Mirko!
Mich hat nicht wirklich was gestört, ich kann halt nur nichts mit dem Vergleich zu den von dir genannten Bands anfangen, da er meines Erachtens nach einfach hinkt und die Bands nichts miteinander zu tun haben. Dass auf einem Festival mit mehreren 10K-Zuschauern auch Leute darunter sind, die nicht nur zum Feiern da sind und eine gewisse musikalische Kompetenz (wie immer die auch aussehen mag, will das nicht beurteilen) mitbringen, mag ich ebenfalls nicht absprechen. Aber eine Band wie IBC wäre da höchstens auf einer Session- bzw. Clubstage halbwegs gut aufgehoben. Und nein, es handelt sich um kein NIRVANA-Syndrom. Es kann und soll jeder das gutfinden, was er/sie möchte. Damit wir uns nicht weiter im Kreis drehen und eventuell etwas in den falschen Hals bekommen, was da gar nicht rein sollte, sollten wir uns darauf einigen, dass IBC `ne frische, gute Band ist, die über Potential verfügt und hoffentlich noch einiges von sich hören läßt. Das hat wirklich nichts mit Szenepolizei oder “Klau mir mein Förmchen nicht” zu tun!
Hallo Jay,
in Bezug auf so manchen WoE-REvolutionär, der einmal im Jahr auf ‘nem Festival die Sau raus lässt, kann ich dir durchaus zu stimmen. Trotzdem denke ich, dass die musikalische Darbietung dort (auch wenn NOCH niemand die Band kennt) nicht fehl am Platze ist und auch einige Menschen mit musikalischer Kompetenz & Offenheit vor Ort sind. Wer sich die Scheibe lieber allein im Keller anhört, kann das ja gerne machen. Ich hab jedenfalls immer noch nicht kapiert, was dich stört?! Das irgendwelche ‘Poser’ die Band hören und den Geist verkennen? …oder das die Band das Potential hat, kommerziell erfolgreich zu sein? Ist das das NIRVANA-Syndrom?
@ Steff: wo bleibt das Forum!!!
Sorry Mirko,
ich wollte dir definitiv nichts absprechen, aber meines Erachtens nach passen deine Referenzbands genauso wie die Einstufung bei den genannten Festivals nicht mit der Band zusammen. Das war bzw. ist wirklich nicht negativ gemeint! Ich kenne jedoch genug Leute, aus denen sich das Publikum der genannten Festivals rekrutiert und denen brauche ich mit der Art von Musik, wie sie IBC machen, mal überhaupt nicht zu kommen. a) Kennen sie es nicht und b) ist es nicht massenkompatibel und kann somit nicht mit “einem großen Mob” abgefeiert werden. Hört sich vielleicht doof an, ist es jedoch, wie schon erwähnt, nicht negativ gemeint. Das Publikum der ach so hippen Festivals setzt sich mittlerweile zum größten Teil aus partygeilen Abiturienten/-innen, Wochenendalternativen oder sonstigem oberflächlichem Feiervolk zusammen. Da ich bei einem der Festivals arbeite, denke ich, weiß ich wovon ich rede. Schade drum, aber heutzutage leider Normalität … Gruß!
Lieber Jay,
ich beschäftige mich sogar recht häufig mich solcher Art von Musik. Daher auch die Referenzbands, die ziemlich ausdrucksstark, Festival-erprobt sind und einen gewissen Punk-Background haben. Dies ist nicht primär als stilistischermusikalischer Vergleich zu verstehen. Des Weiteren bin ich davon überzeugt, das eine Band wie IN BEAR COUNTRY beim Publikum der großen Rockfestivals bestimmt sehr gut ankommen wird. Ich weiß nicht was daran jetzt negativ sein sollte!
Lieber Mirko,
kann es sein, dass du dich normalerweise nicht mit solcher Art von Musik beschäftigst? Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber die von dir genannten Referenzbands sowie deine Einschätzung zur Publikumsgunst bzw. Publikumskompatibilität bei Festivals wie RaR, Southside etc. zeugen nicht gerade davon. Sorry, aber das paßt mal rein gar nicht!