DIE DORKS (21.05.2011 Simbach/Inn / Ziege)

CD Release-Party mit Die Dorks, Take Shit, The Higgeldy, Die Cafespione

Nachdem die neue CD der DORKS nun schon seit ein paar Wochen erhältlich ist, haben die vier Bayern nun auch zur offiziellen CD-Release-Party im Gasthaus Ziege in Simbach am Inn geladen. Neben den DORKS sollten auch, unter anderem, die CAFESPIONE aus Erfurt auftreten. Leider mussten diese den Auftritt aus logistischen Gründen recht kurzfristig absagen. Da auf die schnelle auch keine Ersatzband gefunden wurde, sollte das Konzert mit nur drei Bands stattfinden. Aber das sollte nur der erste von mehreren Rückschlägen an diesem Tag sein.

Gegen 17:30 erreichten wir bei herrlichem Sonnenschein den Veranstaltungsort und trafen auch gleich auf die Gastgeber. Ebenfalls zu gegen war ein Reporter der BR3-Sendung ‘Südwild’, der eine kurze Reportage über DIE DORKS drehen wollte. Man sammelte sich also auf dem Parklatz vor der ‘Ziege’ zum gemütlichen Umtrunk, Hotdog-Konsum und lockerem Geplauder, während THE HIGGELDY ihren Soundcheck absolvierten. Mittlerweile waren auch die beiden Securities eingetroffen, die auf Anweisung der Stadt engagiert werden mussten. Nach nicht all zu langer Zeit bat uns dann der Wirt mit den Worten ‘kommt’s jetzt rein, i hob erst 3 Bia verkauft’ freundlich ins Innere des rustikal ausgestatteten Veranstaltungsortes.

Es begannen THE HIGGELDY aus Neunburg v.W. und legten gleich mit ihrem krachenden Deutschpunk los. Ich muss sagen, seit dem ich die junge Band das letzte Mal gesehen habe, haben sich die Jungs enorm weiter entwickelt. Die Songs waren flott, mit Melodie und gesunder Härte ausgestattet. Leider war vor der Bühne noch nicht so viel los, wie es die Band eigentlich verdient gehabt hätte, aber wer konnte zu diesem Zeitpunk auch schon ahnen, dass dies auch die einzige Band bleiben sollte, die in der Ziege an diesem Abend aufspielen sollte.

Nachdem THE HIGGELDY ihr Set beendet hatte, war noch genug Zeit, da ja die CAFESPIONE abgesagt hatten. Also konnten wir nochmals etwas frische Luft schnappen, bis DIE DORKS auftreten wollten. TAKE SHIT sollten dann als Rausschmeißer spielen. Dies sollte sich jedoch  anders gestalten. Friedlich standen wir wieder außerhalb auf dem Parkplatz des Etablissements, als eine Konzertbesucherin aus dem nahe gelegenen Österreich ebendort rangieren wollte. Irgendetwas muss die Dame falsch gemacht haben und so fuhr die Gute etwas zu schnell und auch noch rückwärts genau auf die Menge zu. Einigen Personen gelang es auch noch zur Seite zu springen. Leider stand ich mit meinem ebenfalls angetrunken Gesprächspartner rücklings zu dem heran rauschenden Gefährt, so dass wir von dem Fuhrgerät unvorbereitet erfasst wurden. Während ich einen dumpfen Schmerz im linken Knie verspürte, ging mein Gegenüber sofort zu Boden. Als der Schmerz nach lies und ich wieder einigermaßen laufen konnte, hatte sich auch der Kollege wieder berappelt und lobte lautstark die Fahrerin für ihr geglücktes Attentat auf uns. Natürlich war neben dem Kneipier und den Gästen nun auch die pflichtbewusste Security – die sich als unerwartet freundlich und korrekt erwies – in heller Aufregung.  Und der nächste Schrecken sollte nicht lange auf sich warten lassen.

Nachdem die Sicherheitskräfte netter Weise davon ab sahen die Polizei zu rufen, fanden sich kurz darauf Vertreter des Ordnungsamtes ein, die von Nachbarn telefonisch dazu aufgefordert worden waren, uns den Spaß mal so richtig zu verderben. Zunächst sollte ihre Rechnung auch aufgehen. Denn es stellte sich heraus, dass der Wirt überhaupt keine Genehmigung eingeholt hatte, ein Konzert zu veranstalten. Warum die Stadt dann Securitys angeordnet hat – also von der Veranstaltung Bescheid wusste – bleibt ein Rätsel. Jedenfalls zog der Wirt den Schwanz ein! Somit war das Konzert erst mal abgesagt. Lizal von den DORKS war kurz vor’m Nervenzusammenbruch – nicht zu Letzt wegen der immensen Anstrengungen im Vorfeld.

Also beschlossen wir kurzer Hand, unseren Kram ein zu packen und an die Flussauen des Inn umzusiedeln. Mit einer Horde Punks, genügend Schnaps & Bier und dem Equipment ging es also an den nahe gelegenen Strand. Natürlich folgte uns auch ein einsamer Streifenwagen. Die Besatzung des Fahrzeugs kam dann auch gleich auf uns zu und fragte, was wir denn vorhätten. Unsere ehrliche Antwort wurde erfreulicher Weise sofort positiv aufgenommen und durch Vorlage des Ausweises eines mutigen Freiwilligen wurde uns das nächtliche Open-Air an der Inn ganz unbürokratisch genehmigt. Welch glückliche Wendung.

Also wurde schnell das nötigste aufgebaut und die Anlage an einem improvisierten Aggregat über den Zigarettenanzünder des Mischers angeschlossen. Glücklicher Weise war auch der Reporter des Bayerischen Rundfunks noch vor Ort, der sich gefreut hat wie ein Schnitzel, da er nun wirklich authentische Aufnahmen bekommen sollte.

Nachdem die Anlage startklar war, begannen DIE DORKS die Wiese zu rocken. Da nur ein Gitarren-Amp zur Verfügung stand, beschränkte sich Lizal, deren Laune sich merklich gebessert hatte, auf das Mikrophon. Der Pöbel tobte auf der staubigen Wiese, dass es eine wahre Freude war und auch das mehrmalige Ausfallen der Anlage tat der nun überschwänglichen Stimmung keinen Abbruch. Nun sollten wir mit TAKE SHIT noch ein paar Lieder spielen, bevor DIE DORKS nochmals aufspielen sollten. Da nur eine Gitarre am Start war, blieb ich in der Beobachter-Rolle und überlies Wulf das Gitarrenspiel. Allerdings bekam auch ich nun Lust, selbst zu rocken. Zuerst spielten aber DIE DORKS noch ein paar Hits, stets unterbrochen von kurzen Stromausfällen, bevor auch ich mir den 6-Saiter umhängen durfte. Leider merkte ich nun, dass der Alkohol seinen Tribut gefordert hatte und so bestätigte mir unser Schlagzeuger Taube eine sehr eigenwillige Interpretation des SK-Klassikers ‘Gotha’. Leider fiel der Strom kurz darauf zum nächsten und letzten Mal aus, denn der Stromlieferant war am Ende seiner Möglichkeiten angelangt.

Also wurde die Konserve aktiviert und die Party ging am Ufer des Inn, gleich gegenüber der historischen austrischen Gemeinde Braunau weiter bis in die frühen Morgenstunden. Zum Ende hat sich mal wieder eine Party, bei der zu erst vieles schief ging, in eine der, wie ich jetzt schon sagen kann, geilsten Punkrock-Partys des Jahres verwandelt, die jeden, der dabei war, nur begeistern konnte – und alle anderen hoffentlich neidisch macht!

Mirko