MISSSTAND – FÜR EINE HANDVOLL SICHERHEIT

MISSSTAND – FÜR EINE HANDVOLL SICHERHEIT
(Eigenproduktion)

Österreich bringt ja immer mal wieder interessante und gute deutschsprachige Punkrockbands hervor. Eine meiner absoluten Favoriten auf dem Deutschpunksektor kam z.B. aus der Wiener Neustadt und hörte auf den Namen MY MORAL MAJORITY. Großartige Band, die sich vor einigen Jahren aufgelöst hat, aber um die es an dieser Stelle nicht gehen soll, auch wenn eine Reunion bei mir sicher Luftsprünge auslösen würde. Wir gehen mit dem Finger auf der Landkarte südwestlich nach Kärnten, von dort kommen MISSSTAND, die in diesem Jahr auf 4 Jahre Bandbestehen zurückblicken können und jetzt ihre erste CD mit dem Titel “Für eine handvoll Sicherheit“ vorlegen.

Der lupenreine, gern mal mit netten Chören gespickte Deitschpunk, wird mit politischen Texten versehen, die mehrheitlich kritisch und angepisst sind, aber ohne stumpfe Parolen auskommen. Tatsachenberichte einer kranken und scheinbar unheilbaren Welt, Lieder über den Wettlauf gegen die Zeit, gegen religiöse Fanatiker und ihren Glaubensmissbrauch, über das Leben im Beton oder gegen den sich fortpflanzenden Überwachungswahn. Die aufgestaute Wut entlädt sich zwischenzeitlich recht deutlich: “Österreich wird brennen, der Rest der Welt dazu, wenn wir erst oben sind, dann habt ihr Schweine keine Ruh…“ Eine Textzeile, die eigentlich bestens dafür prädestiniert ist, um die Aufmerksamkeit des BVT (Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung der Republik Österreich) auf sich zu ziehen, was ja nicht unbedingt schlechte Werbung bedeuten muss. Die 13 Songs von MISSSTAND dürften die eingefleischte Deutschpunkhörerschaft jedenfalls zufrieden stellen und hier stimmt nicht nur die Mucke, sondern auch das drum herum, sprich das Artwork, welches schön stimmig ist.

Die Band ist außerdem ein guter Beweis dafür, dass man einfach mal den Arsch hochkriegen und loslegen soll. Es ist nicht der Werdegang von Musikschülern, die bis ins kleinste Detail durchgeplant eine Rockband gründen und die ruhmreichen vordersten Plätze anpeilen. Es ist der Werdegang, der früher gang und gebe war. Aus Langeweile ne´ Band gründen, trotz damals eingeschränkter musikalischer Fähigkeiten und Ausrüstung. Einfach drauflos spielen, sich selbst verwirklichen, Lärm machen… so is´ richtig! Steff

www.missstand.tk