DxBxSx – ZUGRIFF

DxBxSx – ZUGRIFF
(Elektrohasch Records)

”Wenn es morgens um halb acht die Türen aus den Angeln hebt, wenn es kracht, splittert, schmerzt, is irgendwas nich ok… AHHHH – Ihr habt die falsche Tür…“ Eine böse Überraschung, die da von DxBxSx besungen wird, die an sich ja selbst eine Überraschung in der großen Welt des Musikbizz darstellen. Hier wird nicht nur vom “anders sein“ geredet, hier funktioniert das “anders sein“ tatsächlich noch. Alles kann, nichts muss, deshalb gibt´s alles, nur nichts Weichgespültes.

Man stelle sich vor, die ROLLING STONES hätten ausnahmsweise mal Drogen genommen, auf denen sie überhaupt nicht klar kämen oder Johnny Rotten würde mit anständigen Musikern rumhängen. Es ist alles ziemlich crazy und abgedreht, was DxBxSx hier vom Stapel lassen. Punk trifft auf Rock und beide haben eine innige Beziehung, aber das was entsteht ist nicht zwingend Punkrock. Vielleicht ist es Rockpunk, vielleicht was anderes abgedrehtes, für das es noch keinen Namen gibt. Die Umschreibung “Rock“ wäre hier definitiv viel zu oberflächlich. Die Berliner Band, die zur Abwechslung auch wirklich mal aus Berlin kommt, hat eine wahre Freude daran, Aufklärungsarbeit über Berlin zu betreiben und das artet nicht in Abfeierei oder Friede, Freude, Eierkuchen aus, nee nee, die Songs von DxBxSx (u.a. “Liebesgrüße aus Neukölln“ oder“ Berlin is sooo geil“) sind alles andere als Loblieder. Nicht zu verachten sind da natürlich auch so Stücke wie “Hartz IV oder Superstar“, “Die Ex von Otto“ oder “Zugriff“.

Die Songgerüste sind hier mal nicht die vorhersehbaren Altvertrauten, sondern haben stets die Bereitschaft gerne mal ungewöhnlichere Wege zu gehen. Der Sänger hört sich streckenweise etwas wie Rio Reiser an, auch das kommt echt gut. Artwork passt ebenfalls super und das Cover stellt nicht nur den Albumtitel bildlich dar, sondern auch die Musik, denn die hat Eier. Spannende Band, die nicht nur auf Platte, sondern sicherlich auch Live Spaß macht. Spike

www.dxbxsx.de