E-620 – GEFÄNGNIS AUS GLAS

E-620 – GEFÄNGNIS AUS GLAS
(Eigenproduktion)

Mein alter Kumpel hat mal als Fotograf gearbeitet und zu der Zeit hat er ne´ recht gute Kamera gehabt, die er immer liebevoll E-620 genannt hat. Er immer: „Ey, soll ich meine E-620 mitnehmen?“ Ich immer: „Deine was?“ War aber, wie ich erst später mitgeschnitten habe, die tatsächliche Bezeichnung seiner Spiegelreflexkamera. E-620 steht aber auch für Glutaminsäure, die zur Substanzgruppe der Geschmacksverstärker gehört. Denke mal, dass die Jungs bei ihren Bandnamen eher dort gewildert haben, aber das kann ich nur vermuten, denn der Promozettel, den es gar nicht gab,  lüftete die Herkunft des Bandnamens nicht.

Deshalb spekuliere ich mal fleißig weiter und denke, dass „Gefängnis aus Glas“ die erste Veröffentlichung dieser Band ist, deren Herkunft, und das spuckte das Internet aus, zwischen Halle und Leipzig ist. 11 Stücke befinden sich auf diesem Rundling, die alle dicht am Deutschpunk angesiedelt sind, sich aber auch im Hardcore pudelwohl fühlen. Die Aufnahme hört sich ziemlich Old School an und die Jungs gehen recht unverkrampft zu Werke. Sauber klingen können also andere und Punkrock darf ruhig auch mal (wie in alten Zeiten) dreckig sein und sich verdammt noch mal auch so anhören. Textlich sind die Jungs von stumpfer Scheiße löblicherweise weit entfernt und der Textinhalt ist auch gar nicht mal übel.

DIY ist immer super, aber beim nächsten Mal ruhig ein, zwei Blättchen mehr ins Booklet, damit die Texte augenfreundlich werden und nicht entziffert werden müssen. Ansonsten gibt’s nüscht zu mosern. Aufnahme nett krachig (im positiven Sinne), Mucke anständig und Lyrics ordentlich. Spike

www.myspace.com/e-620