PLATZVERWEIS – DEIN LETZTER TAG
(Sunny Bastrads)
Soso, die Jungs von PLATZVERWEIS wollen also Punkrock über Deutschland bringen. Der Weg dorthin führt erstmal über ein Intro mit nervigem Gitarrenspiel zwischendrin. Danach geht’s dann aber los mit dem besagten Punkrock. 12 Pfeile schießt das Quintett aus dem Harzvorland ab, die bei mir aber das Ziel verfehlen.
Das Unterfangen, Punkrock über Deutschland (und später über ganz Europa und den Rest der Welt) zu bringen, sehe ich aber auch deshalb mit Sorge, weil die Linernotes verlauten lassen, dass wir uns ein Beispiel an der Wirtschaft nehmen und deutschen Punkrock zu einem Exportschlager machen sollten. Ich mag gar nicht daran denken was wäre, wenn die ganzen pathosgetränkten deutschen Bands auch noch andere Nationen belästigen würden. Hoffen wir deshalb, dass diese Aussage nicht unter dem Stern der Ernsthaftigkeit steht. Für etwas Licht im Tunnel sorgen „Mach´s gut, mein Freund“ und „Wenn ich dich wiederseh…“, ansonsten tappe ich mit diesem Album im Dunkeln. Die Texte sind zwar nicht blöd, treten aber leider gerne in die Naivitätspfütze, die Bedienung der Instrumente wirkt nicht ungekonnt, doch die Solos z.B. hätten den Ohren ein paar Töne tiefer mehr Freude gemacht. Das Layout des Booklets geht in Ordnung, doch bei den Fotos mit Anzügen, Hemden, Hüten, Krawatten oder Hosenträgern, mit Zigarren im Mund, Jack Daniel´s und Karten auf dem Tisch, fühl ich mich irgendwie an eine Kopie der BROILERS erinnert. Könnte so gewollt sein, muss es aber nicht!
Die Stimme des Sängers ist noch als Pluspunkt zu verzeichnen. Hört sich an wie Tommy von MOLOTOW SODA, ist halt nur nicht MOLOTOW SODA. Mich zeckt das Teil nicht an, auch nach wiederholtem Durchlauf nicht, außerdem fehlt mir eine kleine Portion flegelhafter Rotz. Spike




