SONIC BOOM SIX – RUDE AWAKENING

SONIC BOOM SIX – RUDE AWAKENING
(Fond Of Life Records)

Die Vorteile als CD-Besprecher sind zweifelsohne, dass man zwischendurch auch mal Bands kennen lernt, die vielleicht ansonsten spurlos an einem vorbeigegangen wären, was im Falle von SONIC BOOM SIX äußerst schade gewesen wäre. Denn die Dame und die 4 Herren sind alles andere als eine typische Punkrockband und ihr größtes Hassobjekt scheinen Schubladen zu sein, weshalb sie musikalisch so breit gefächert sind, dass man gleich alle Schubladen am Schrank öffnen müsste, um die Band darin verteilen zu können.

Das Spektrum, was die mir bis dato völlig unbekannte Band hier abdeckt, reicht von Punkrock bis hin zu Reggae, von Hip Hop bis hin zu Ska. Klar dominierend ist der Punk, aber er lässt sich oft und gerne von den anderen Richtungen ausführen und was dann passiert, hört sich mehr als spannend an. Unvorhergesehene Breaks, plötzliche Tempo- oder Genrewechsel, oft an Stellen, wo man sie nicht erwartet hätte, lassen eine Überraschung die nächste jagen. Mal verdrängen Bläser die harten Gitarren, mal schlagen die Gitarren zurück. Auch die Stimmbänder müssen die hohe Kunst der Flexibilität beherrschen, wenn sie durch eine Berg- und Tal-Landschaft aus Singen, Schreien und Sprechgesang geschickt werden. Die Sängerin, die oft von ihren männlichen Kollegen am Gesang unterstützt wird, klingt irgendwie quietschig, aber niedlich und erinnert total an die japanische Girl-Punkband LOLITA NO.18.

Langeweile tritt hier so schnell nicht auf, auch nach mehrmaligem Hören entdeckt man immer noch neue interessante Sachen, bei denen man sich fragt, wie die Musiker wohl auf solch wirre Ideen innerhalb der Songs gekommen sind. Aufgrund der durcheinander gemixten Stile, hat dieses Album sogar ein wenig Sampler-Charakter, was aber in diesem Falle, vor allem durch gute Beherrschung und Umsetzung der Musikrichtungen abseits des Punkrocks, förderlich für das Hörvergnügen ist und Abwechselung garantiert. Steff

www.myspace.com/sonicboomsix