RANTANPLAN – UNLEASHED
(Hamburg Allstyles Records)
Heiapopeia. Da habe ich dieses Mal aber lange für ein Review benötigt. Und das, obwohl ich mit nem hand- oder mundgemalten Bild bestochen wurde. Ich gehe mal davon aus, dass die Comicköter des mittlerweile nur noch Grashalmkauenden Cowboys Euch bekannt sein dürften, denn schließlich katschemmeln sie sich schon seit 1995 durch die Lande. Ich muss gestehen, dass ihr 1996er Album nicht nur das erste, sondern auch das letzte war, das ich mein Eigen nennen konnte. Warum? Es war mir größtenteils einfach zu sperrig, die Texte zu sehr zum Nachdenken und die Musik zu wenig zum Steinewerfen. Und im Großen und Ganzen hat sich an der ganzen Angelegenheit nichts geändert. Außer, dass ich nun nur noch im Geiste Steine schmeiße. Und wenn ich mir das in einer ruhigen Minute mal klemme, dann haben meine dezent degenerierten grauen Zellen auch die Muße, sich auf das verzwickte Textwerk einzulassen.
Tja, was soll ich sagen? Ich hätte mir in der Vergangenheit das eine oder andere Bier sparen sollen, denn so ganz erschließt sich mir das lyrische Gesamtwerk nicht. Aber das muss es ja auch nicht, denn eine CD ist ja kein Buch, sondern eine auditive Veranstaltung. Somit wären wir dann in medias res: Songs vom Stile „Commandante“ und „Santa Fu“ gehen ab wie Schmidts Kätzchen und zeugen vom hohen Niveau, auf dem sich die Hamburger bewegen. Gerade, weil RANTANPLAN die Kunst beherrschen, aus Ska- Punk nicht die übliche Kirmesmusik werden zu lassen. Und wenn ich als ausgemachter Teilzeit- Skahasser so etwas sage, dann darf man mir das ruhig glauben. Warum die Herrschaften allerdings so einen Song wie „Fa-Fantastisch“ (mit tausend „Fa“s davor) machen mussten, bleibt mir ein Rätsel. Ich kann diesem NDW- Kram nichts, aber auch gar nichts abgewinnen. Sorry.
UNEASHED wird bei mir nun nicht endlos gespielt, aber doch öfter, als ich dachte. Für Fans wahrscheinlich ein großes Album, für Jungpunker zu komplex, für mich eine Wiederentdeckung. Es braucht ein bisschen, bis es zündet, aber dann zündet es zumindest selektiv gewaltig. Dat hebbt ji godt mokt, Jungs. Ich würde mal die 7 oder 8 von 10 geben.




