(R)OHRPOST #9

(R)OHRPOST #9

Es umweht mich ein salziger Wind, als nach gefühlten 1000 Jahren endlich das aktuelle (R)Ohrpost-Zine in meinen Händen liegt. Mit dem Zine verbinde ja immer ein klein wenig Heimat, denn erstens hab ich Turbotorben das erste mal beim TERRORGRUPPE-Konzert 2003 gesehen, was seinerzeit mein erstes Punkkonzert war (ja, ich weiß, ich bin jung) und einige Monate später stand er im Alhambra in Oldenburg vor mir und verkaufte mir das erste (R)Ohrpost- Zine. Damals hatte ich glaube ich sogar noch lange Haare. Aber genug der wehmütigen Erinnerung an vergangene Kidpunkerlebnisse. Als mir Turbotorben beim Break The Silence- Festival erzählte, dass die Nummer 9 in den Startlöchern stehe, sah ich meine Chance, 1,51 € zu sparen, mit meiner Fanzineaktivität zu prahlen und ein Exemplar als Rezifanzine abzustauben. Das ist nun schon ein paar Tage länger her, aber wir Nordlichter (auch jene im hannoverschen Exil) haben´s ja nicht eilig.

Das Zine platzt wieder aus allen Nähten und es gibt viel Persönliches, Rezepte, Interviews, und, und, und. Gleich zu Anfang hat mich die Reiseinformation für Punker in die Schweiz begeistert, ich hätte nie gedacht, dass im Ernst Zecke, Ratte und Kotze auf Geschäftsreise in die Schweiz fahren würden, um da in den Städten schnorren zu gehen. Von wegen Punkertourismus beschränkt sich auf einmal London King´s Road rauf und runter. Weiter gibts noch nen Bericht vom Punx-Picnic in Oldenburg, ein Interview mit STURZFLUG, einen Bericht zur Substanz in Osnabrück, ein Interview mit nem Trevor von PÖBEL & GESOCKS (warum???), eins mit SCHLOIDERGANG (der Tag wird kommen, wo euch die Oi!-Wörter ausgehen, Leute) und vieles mehr.

Was ich persönlich bei dem Zine mag, ist dass hier Themen abgehandelt werden, die man als sensationsgeiler, nach den Sternen greifender Fanziner wie ich es bin, gern mal übersieht. Ich jage so Größen wie den RESTARTS für ein Interview hinterher, versäume aber, dass Kleinigkeiten wie eben ein Punx Picnic genau so cool sein können, oder es eben Sinn macht, lokalen Bands eine Plattform zu liefern. Das schafft das (R)Ohrpost immer wieder super. Also steckt euren Kumpels zu Nikolaus ruhig mal die neue Ausgabe in die DrMartens. Tammo

www.myspace.com/rohrpostfanzine