DOWN BY THE KÖTTELBECKE – SO LANGE ES GEHT

DOWN BY THE KÖTTELBECKE – SO LANGE ES GEHT
(Hass Produktion)

DOWN BY THE KÖTTELBECKE machen keinen Hehl daraus, das Nachfolgeprojekt der Deutschpunklegende HASS zu sein. Wieso auch? Immerhin standen 3 der 4 Bandmitglieder in Diensten von HASS und eigentlich kann man doch dankbar sein, dass es noch Bands gibt, die trotz eines bekannten Vorgängernamens was Neues starten, denn mit HASS wäre es sicherlich ein Selbstläufer geworden. Doch Peter Blümer & Co. wollten einen richtigen Neuanfang und das war meines Erachtens auch der richtige Weg. Allerdings kann aller Anfang schwer sein, aber diesen Herren hier traue ich aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung zu, jede Hürde meistern zu können. Die erste kleine Hürde wäre dann wohl erstmal der ständige Vergleich mit HASS, denn als Nachfolgeprojekt bleibt es nicht aus, das Vergleiche mit dem gezogen werden, was man in der Vergangenheit auf Platte hat pressen lassen.

Das man DOWN BY THE KÖTTELBECKE nicht mit den HASS-Kultplatten “Zurück in die Zukunft“ oder “Gebt der Meute was sie braucht“ vergleichen kann, versteht sich von selbst, aber den Vergleichen mit den letzten beiden Alben der Ruhrpott Punks, halten DOWN BY THE KÖTTELBECKE stand. Musikalisch kann man sogar eine Weiterentwicklung verzeichnen, denn die Songs wirken erwachsener, die Solos länger und ausgereifter, dafür fallen aber die politisch direkten Texte weg und machen Platz für persönliche Gedanken, die zwischen nachdenklich und humorvoll pendeln. Das Ganze gibt’s als 6-Song CD + Bonustrack oder limitierter Vinyl EP. Mit “Pottsau“ gibt’s ne´ lupenreine rockige Liebeserklärung an den Ruhrpott, “Nicht auf mein Schiff“ ist ein Anti-Nazi Lied, bei dem Hecktor Kapitän auf der Arche Noah ist und bei der einsetzenden Sintflut Nazis den Zutritt verwehrt, “So lange es geht“ eine Art Ballade, vielleicht sogar das persönlichste Stück dieser Platte, “Silver Surfer“, ein Lied über den Comic-Superheld, “Ganz normale Leute“ äußert Kritik an der rücksichtslosen Ellenbogengesellschaft und “Der Mann der zu viel wusste“, das letzte Stück, zerbrach an seinen Gedanken und seinem Wissen.

Eingefleischte HASS Fans können hier nichts verkehrt machen, es sei denn, sie kommen mit einer rockigeren Variante ihrer Lieblinge nur schlecht klar. Ich würde die Platte im guten Durchschnitt ansiedeln und mit einer 3+ versehen. Positiv ist der Ohrwurmcharakter einiger Songs, negativ hingegen, die fast durchgängig schleppende Geschwindigkeit, mit der sie vorgetragen werden. Aber solange es geht, soll es gehen und wenn beim sicher irgendwann hinterher geschobenen Longplayer noch was in Sachen Geschwindigkeit geht, dann geht das ab! Spike

www.myspace.com/downbythekoettelbecke