THE RABBLE – THE BATTLE´S ALMOST OVER…

THE RABBLE – THE BATTLE´S ALMOST OVER…
(Filthy Lucre)

Auf das neue Werk der Neuseeländer hab ich ehrlich gesagt mit Spannung gewartet, da schon das Debüt zu gefallen wusste. Hier ist es jetzt also, im zweimal ausklappbaren Digipack, mit gut und sicher platziertem Booklet und einem kleinen beiliegendem Poster, welches von beiden Seiten bedruckt ist. Auf der einen Seite das vergrößerte Albumcover und auf der anderen Seite die drei Bandmitglieder.
Ich weiß, die Jungs hören es bestimmt nicht gerne (der harte Punker an sich hört so was generell nicht gerne), aber irgendwie sehen sie schon nett aus, fast ein bisschen niedlich, wie aus dem Punkmailorder gepellt. Selbst Bandschriftzüge der großen Vorbilder, wie z.B. THE UNSEEN, sind schon tätowiert. Aber mit denen verbindet man ja auch einiges mehr, denn Mark Unseen hat beim Song “This world is dead“ die Guestvocals übernommen. Das ist natürlich nett von ihm und für die Band ging damit sicherlich auch ein Traum in Erfüllung.

Auf “The battle´s almost over…“ geht es noch gradliniger zur Sache, als auf dem Erstlingswerk “No Clue, No Future“. Die Chöre wirken fetter und die Streetpunkkeule wird noch heftiger geschwungen, was bei mir allerdings komischerweise auch dazu führte, dass dieses Album nicht sofort, sondern erst mit dem zweiten/dritten Durchlauf zündete, dafür aber dann richtig. Die Songs knallen fast ausnahmslos und wirken durchdacht und ausgereift. Leichte musikalische Abschweifungen, mal in Richtung Psychobilly, mal in Richtung Folk-Punk, werden ebenfalls wieder gewagt und – wie sollte es anders sein – gelingen. Abgemischt wurde die Platte auch nahezu perfekt, so dass der Eindruck, den “The battle´s almost over…“ vermittelt und hinterlässt, wieder ein ordentlicher und überzeugender ist und der Band wohl einen weiteren Schritt in Richtung der großen Bühnenbretter bescheren wird, der Bretter, die für eine Band vom anderen Ende der Erde die Welt bedeuten.

Dass Kritiker den Jungs zu wenig Eigenständigkeit unterstellen oder ihr stylisches Aussehen sofort mit Posertum gleichsetzen könnten, sind Dinge, mit denen die Band vielleicht mit zunehmendem Bekanntheitsgrad konfrontiert werden wird oder vielleicht auch schon konfrontiert wurde. Aber wenn man Punkrock irgendwo zwischen RANCID und THE CLASH macht, wird man aufgrund der hohen Messlatte von vornherein kritischer beäugt und das auch die Welt des Punkrocks nicht frei von Neid ist, ist ja kein großes Geheimnis. Man kann bekanntermaßen nicht alle Geschmäcker treffen, aber meiner wird jedenfalls in diesem Fall getroffen. Bis die ganz großen Labels wie Epitaph, Hellcat oder Fat Wreck anklopfen, könnte es nur noch eine Frage der Zeit sein. Und egal wie sich THE RABBLE dann entscheiden, ich bin guter Dinge, dass sie auch noch weiterhin Balsam für meine geschundenen Ohren sein werden, zumindest hoffe ich das. Steff

www.therabble.net