TALCO – LA CRETINA COMMEDIA

TALCO – LA CRETINA COMMEDIA
(Destiny)

TALCO kommen aus einem Stadtteil von Venedig, der Stadt der Liebe, von der man sagt, dass dort fast immer die Sonne scheint. Und die Sonne spendet dem Sixpack wohl auch genügend Energie, die es wiederum in ihre Songs legen kann. So leicht kann man ein energiegeladenes, vor Spielfreude strotzendes Album erklären, welches zudem noch total routiniert und abgeklärt daher kommt. Nicht verwunderlich, denn das TALCO an ihren Instrumenten wahre Fachmänner sind, ist schon längst kein Geheimnis mehr. Das Erfolgsrezept von melodischen, tanzbaren Stücken musste nicht groß umgeschrieben werden und die Verschmelzung von Ska, Punk und Folk ist erneut als gelungen zu bezeichnen. Die Musik der Italiener wirkt schon fast wie ein Virus, der sich durch die Töne über die Ohren im ganzen Körper breitmacht, vor allem aber die Beine befällt und diese unkontrolliert zappeln lässt. Ein Gegenmittel gibt es nicht, es sei denn, irgendjemand drückt den “Off“ Knopf deiner Anlage, aber du selber wirst es nicht sein, weil dir diese Zuckungen gefallen.

Doch sollte man bei den ganzen Rhythmen nicht vergessen, dass TALCO keine Band ist, die Musik ausschließlich zum Tanzen macht, sondern auch für den Kopf. Die Texte haben Aussage und da TALCO in ihrer Muttersprache singen, wurden sie zum besseren Verständnis noch mal auf Englisch niedergeschrieben. Diesmal handelt es sich um ein Konzeptalbum, das sich um das Leben und die Ermordung von Giuseppe „Peppino“ Impastato dreht. Dieser war ein berühmter linker Aktivist, Politiker und Mafia-Gegner. Während des Wahlkampfes zu den sizilianischen Kommunalwahlen 1978 wurde er von der Mafia durch ein Bombenattentat ermordet. Ein sehr interessantes und ernstes Thema, dem sich die Ska-Punker hier angenommen haben, fast schon zu ernst um dazu das Tanzbein zu schwingen – möchte man vielleicht meinen. Aber TALCO schaffen es natürlich trotzdem, die richtige Atmosphäre zu den jeweiligen Texten zu zaubern und liefern den Beweis, dass auch Blasinstrumente wütend und aufgebracht klingen können. Wer auf anspruchsvollen Ska-Punk steht, ist hier an einer der besten Adressen und wird an TALCO nicht vorbei kommen.

Beim Cover stand dass “…And Out Come The Wolves” Album von RANCID Model. Ne´ nette Sache, die ebenso zu einer rundum gelungenen Veröffentlichung beiträgt. Spike

www.myspace.com/talcopatchanka