NONSTOP STEREO – WENN DU LOSLÄSST ERLEDIGT DIE SCHWERKRAFT DEN REST
(RilRec / Broken Silence)
“Ja Steff, da guckst du aber was?“… hörte ich gerade mein eigenes Spiegelbild fragen, als ich mich mit meinem Drehstuhl leicht vom Schreibtisch abstieß und mich mit halboffenem Mund im Spiegel rechts neben mir erblickte. Es ist ein Zauberspiegel, den ich bewusst unweit von meinem Schreibtisch angebracht habe. Immer wenn ich ein Album höre, dass kurz vor der Besprechung steht, mir aber die Worte fehlen, schaue ich hinein und anhand meiner Mimik weiß ich, woran ich bin.
Bei NONSTOP STEREO wusste ich es eigentlich schon vorher, denn wie uns der gute Frank vor einigen Wochen in einem Interview verriet, sollte dieses zweite Werk der Krefelder flotter und zorniger werden. Und er hat nicht geschwindelt! Schon der erste Eindruck, also der erste Song “Die Broschüre mit den Notfallnummern“ tritt für gewohnte NONSTOP STEREO Geschwindigkeiten mächtig auf´s Gas, so dass die Sologitarre kaum Zeit zum verschnaufen hat. Auch die Songs “Wenn ich sag jetzt“ oder “Nie mehr“ sind flink und haben die Uhr im Nacken. Die eingefleischte NONSTOP STEREO Hörerschaft muss sich aber natürlich keine Sorgen machen, hier einen komplett anderen Stil oder eine “Hau drauf Platte“ vorzufinden, denn auch an Midtempo Nummern und die Prise Rock´n´Roll wurde selbstverständlich gedacht. Mit “Youporn“ (ist textlich nicht ganz mein Humor) und “Nie mehr“ (Frank, singen steht Dir besser als schreien, denk an Deine Stimme) gibt’s auch nur zwei von insgesamt 18 Songs, die mir weniger zusagen, was unterm Strich einen mehr als ordentlichen Schnitt ausmacht. Hervorstechende Favoriten gibt’s unter dem restlichen Hörvergnügen natürlich auch, z.B. die kleinen persönlichen Geschichten, die das Leben schrieb oder noch schreibt, wie “Das Risiko am Glück“ oder “Sein eigener Widersacher“ mit schöner Damenstimme(n) als Begleitung. Auch “Glücklich dafür“, mit einem der vielleicht authentischsten und sympathischsten Chöre unter der Sonne, ist ein Ohrwurm und Kracher zugleich.
Vergleiche sind zwar manchmal unumgänglich, aber in diesem Fall steht für mich die Frage, ob das neue Werk nun besser oder schlechter ist als der Vorgänger, nicht zur Debatte. Denn “Wenn Du loslässt erledigt die Schwerkraft den Rest“ ist weder besser noch schlechter, sondern anders, wobei anderes nicht für fremd steht, sondern für frischer und flotter. Es ist gut und es ist vor allem, und das liebe ich am meisten an NONSTOP STEREO, eingänglich, ehrlich, humorvoll und mit einem klasse verspielten Gitarrenspiel gewürzt. Auf meiner Bierliste, also der Liste der Leute, mit denen ich bei nächster Gelegenheit unbedingt mal ein (oder auch zwei) Bierchen trinken möchte, stand Herr Ludes ohnehin weit vorne, aber mit diesem Album ist er sogar noch ein paar Plätze nach oben gerutscht. Steff





Verdammte Axt. Eigentlich schreibt man kein Review von ner Platte, die man sich selbst zugelegt hat. Aber das hier ist so geil, da kann ich einfach nicht anders. Schon das Debüt von NONSTOP STEREO „SOLIDES GRUNDRAUSCHEN“ war bei uns derart in Dauerrotation, das ich sie am Ende schon fast nicht mehr hören konnte. Mit dieser Platte setzen die Jungs um Ex-Bash – Fronter Frank noch einen drauf. Aber der reihe nach. Erstmal zur Produktion. Ich habe selten ein so gut klingendes Schlagzeug auf einer Punkplatte gehört. Liegt mit Sicherheit auch am Style von Drummer Mario. Zudem kommt der fette Gitarrensound, der richtig schön sägt, ordentlich rotzt und der trotz genügend Druck kein bisschen glattpoliert ist, wie bei vielen heutigen digitalen Produktionen. Sänger und Gitarrist Frank hat mir so ganz nebenbei erzählt, das hier kein teures Studio am Werk war, sondern das das meiste in Eigenregie entstanden ist! Haste da noch Töne?! Zudem der fette Bass, der auch mal schöne Läufe spielt, nicht nur Grundtöne. Die Gitarrenleads hat Frank diesmal selber eingespielt. Die etwas abgespeckten Leads bekommen den Songs äußerst gut! Nicht mehr jedes Lied ist komplett mit Metal-Solos unterlegt, sondern es geht etwas melodischer zur Sache. Die Solos unterstützen die Grundriffs, so das einem hier keine 08/15 Riffs ins Gesicht springen.
Und die Texte, Melodien, Songs an sich, das ist ganz grosses Kino! Die kratzen für mich ganz klar am Thron von KNOCHENFABRIK. Die Texte klingen sehr aufgeräumt und versetzen einen alten Sack wie mich augenblicklich in eine positiv melancholische Stimmung. (..“wenn sie kommt dann sage ich zur guten Fee, lass die Wünsche stecken, es ist schon ok.“.) Wenn man diese Platte hört könnte man meinen, die Lage unserer Welt sei gar nicht so aussichtslos. Sie sprüht vor Optimismus. Nebenbei sei noch erwähnt, das man auf Wunsch der Fans auch etwas schnellere Songs eingebaut hat. Kommt gut, wäre aber nicht nötig gewesen, da mich vor allem Songs wie GLÜCKLICH DAFÜR mitreißen. Auf diesem Song kommt das Schlagzeug und die Gitarren auch besonders gut. Hatte fast den verdacht, das da ein Drumcomputer zum Einsatz kam, hehe. Ich fasse zusammen, bevor ich aus dem schwärmen nicht mehr rauskomme: Diese Platte ist in einer Liga mit den ersten 3 von Muff Potter, den knochenfabrik-Demos und der Single sowie dem Album Ameisenstaat. Kaum eine Platte hat mich je so mitgerissen.
nicht musikalisch, nur vom status bei mir!
ich würde das jetzt nicht unbedingt mit knochenfabrik vergleichen wollen, aber sowohl textlich als auch musikalisch ist das teil ne echte perle
verdammte scheisse diese platte ist göttlich! die wackelt am thron von knochenfabrik..