BAD RELIGION – THE DISSENT OF MAN

BAD RELIGION – THE DISSENT OF MAN
(Epitaph Records)

Fleißig sind sie ja, die Herren Graffin, Gurewitz und ihre Mitstreiter, denn seit ihrer Gründung vergehen selten mehr als 2-3 Jahre ohne Veröffentlichung. Dass sich die Band nach über 30 Jahren weiterentwickelt und ihren Sound nahezu perfektioniert hat, konnte man über die Jahre verfolgen und ist absolut nichts verwerfliches, zumal Brett Gurewitz auch noch Gründer und Besitzer von Epitaph Records ist und die sind ja nicht gerade bekannt für Punk mit Ecken und Kanten.

Mit “The Dissent of Man“ legt die Band aus L.A. nun das 15.te Studioalbum vor und wenn man nett sein möchte, dann umschreibt man es als “nett“, aber alles was darüber hinausginge, wäre schon wieder übertrieben. Irgendwie hört es sich ein wenig an, wie eine Zusammenfassung der ganzen skandinavischen Skate-Punk Bands, allerdings in besserer Ausführung, die in der Welle mit schwammen, die Burning Heart Records Mitte/Ende der Neunziger auf uns losgelassen hat. Mit NO FUN AT ALL, SATANIC SURFERS und noch so ein paar Kandidaten, deren Musik ich damals schon eintönig fand. Textlich hatten BAD RELIGION ja schon immer eine eigene Note und waren sozialkritischer als manche surfbrettfahrenden Kollegen, die die Welt bunter, besser und schöner malten, als sie in Wahrheit war. Musikalisch haben sie sich über die Jahre aber dem Mainstream angepasst. Gut, dass haben Bands wie GREEN DAY auch, aber selbst bei denen gibt’s wenigstens zwischendrin noch diverse Überraschungseffekte und den Versuch, sich zumindest Ansatzweise neu zu erfinden. Wenn das alte Erfolgsrezept zieht und man damit zufrieden ist, muss man sich ja auch nicht ständig neu erfinden, aber wenn´s alles zu ähnlich klingt, wird´s eben auch schnell langweilig. Und das trotz den, wie immer, netten Melodien, melodischen Chören und der unverwechselbaren Stimme von Greg Graffin.

Trotzdem wäre es maßlos gelogen, wenn ich behaupten würde, das ich jetzt rein gar nichts aus diesem Produkt ziehen kann, denn mit “Someone to believe“, “Only rain“ oder ”Pride and the pallor“ sind schon ein paar Geschichten dabei, die mir ganz gut gefallen. Vom Euphorieausbruch bleibe ich aber trotzdem weit entfernt, so dass ich diese Scheibe höchstens richtig eingefleischten BAD RELIGION Fans empfehlen würde. Der Rest wird Alternativen finden. Steff

www.badreligion.com