WORTMORD – WORTGEBURT

WORTMORD – WORTGEBURT
(Sunny Bastards)

3 Jahre hat es gedauert von der Bandgründung bis zur ersten Studio-CD. Hier haben sich erfahrene Metal-Recken zusammen gefunden, um mit neuer Energie und wütenden deutschen Texten die Bühnen unsicher zu machen. Bei ihrem ersten Konzert, zum Gedenken an Ex-SODOM-Drummer Chris Witchhunter, hatte man wieder richtig Blut geleckt, ob der vielen positiven Reaktionen. Nach einer Demo-CD kommt hier nun jedenfalls das erste offizielle Release. Und ich muss gleich vorne weg sagen, dass mich, nach erster Skepsis, dieses Album völlig begeistern kann. Die Scheibe kommt im Digipack daher und auch das Cover gefällt. Elf reguläre Tracks sowie ein Bonus-Song finden sich, bei einer Spielzeit von 50 Minuten, auf der CD.

Man brettert auch gleich richtig los. Gleich mit dem ersten Song bieten uns WORTMORD deftigen Metal mit HC-Elementen und schleppenden, stampfenden, schnellen Parts.  Diesem Stil bleiben sich WORTMORD konsequenterweise treu, auch wenn man schon mal ein melodisches Solo zu hören bekommt. Man könnte hier vielleicht RUMBLE MILITIA als Vergleich heran ziehen, allerdings mit mehr Härte und Konsequenz. Man fühlt sich stellenweise an Bands wie KREATOR oder SODOM, aber auch SLAYER oder RAWSIDE erinnert. Textlich geht es ebenfalls recht wütend zur Sache. So kotzt man sich schon über das ein oder andere gesellschaftliche Problem aus. Aber man findet auch persönlichere Lyrics, ohne an Härte zu verlieren. Die Texte sind gut verpackt und hintersinnig, aber auch wütend, angepisst und direkt. Eine Kombination, die nicht jedem so gut gelingt wie WORTMORD, auf ihrem Debüt-Album. Hier passt die Stimme von Sänger Uli perfekt, da sie wirklich Druck hat. Hier wird nicht rumgejodelt, sondern ausgekotzt was stinkt. Natürlich ist „Wortgeburt“ in erster Linie ein Metalalbum, das vielen Szene-Bands ihre Referenz erweist und dabei doch ganz eigenständig und abwechslungsreich daherkommt.

Zum Schluss beinhaltet das Album als Bonustrack gleich zwei Coverversionen des SODOM-Klassikers „Bloody Corpse“, wobei man Tom Agelripper (SODOM) auch als Gastsänger verpflichten konnte. Ebenfalls einen kurzen Gastauftritt hat Mille Petrozza (KREATOR), den man bei „Die Feile im Mund“ ins Mikro schreien ließ. Für mich jedenfalls ein gelungenes Debüt. Wer auf schnörkellosen Metal mit HC-Elementen abfährt, für den ist es sicher unverzichtbar – aber auch der gemeine Deutschpunk könnte hier mal ein Ohr riskieren. Mirko

www.myspace.com/wortmord

PS: Demnächst gibt es hier im Ugly Punk übrigens ein Interview mit WORTMORD, in dem sich die ‘Jungs’ meinen Fragen stellen. Seid gespannt!