ÜBERDOSIS – DIE FREIHEIT IST DER PREIS

ÜBERDOSIS – DIE FREIHEIT IST DER PREIS
(SN-Rex.)

Deutschpunk hat sich mit der Zeit verändert, ist moderner geworden, und diese Modernität ist stellenweise dabei, den alten Sound zu fressen, ihn regelrecht zu vernichten. Für viele Lästerbacken, die entweder von Tuten und Blasen ungenügend Ahnung haben oder die Ursprünge verdrängen, taugt die Umschreibung “Deutschpunk“ höchstens noch als Negativbeispiel. So ist das wohl, wenn mit dem Alter die Ansprüche steigen. Früher Rostlaube, heute Mittelklasse, früher 2-Zimmer Wohnung, heute Reihenhaus, früher Deutschpunk, heute ist man sich zu fein dafür. Bloß nicht zu dreckig, bloß nicht zu primitiv, was sollen denn sonst die Freunde und Nachbarn denken?

Mich regt es immer auf, wenn man Bands aufgrund jenes Sounds verurteilt, mit dem doch eigentlich alles angefangen hat. Es gibt so viele Bands, die sich heute genauso oder zumindest in etwa so anhören, wie die Kultkapellen Anfang der Achtziger. Nur warum mäkelt man heute soviel an nostalgischem Sound herum? Ist er etwa nicht mehr zeitgemäß genug? Fehlen die fetten Metal Gitarren und die 2minütigen Solis, mit denen heutzutage manche Punkband ihre Stücke bestückt und streckt? Ich bin wirklich der Letzte, der was gegen einen modernen und fetten Sound hat, im Gegenteil, ich kann ihn sogar gut leiden, aber genauso gerne mag ich diese ursprüngliche Unbekümmertheit der Old School Klänge, vor allem deshalb, weil ich weiß, das sie echt sind. Warum ich das alles an dieser Stelle zur Sprache bringe? Nun, weil ich befürchte, dass einige Schlaumeier den Sound von ÜBERDOSIS nicht zu schätzen wissen und ihn vielleicht der Gewohnheit zuliebe, als stumpfen Deutschpunk abstempeln, was er natürlich nicht ist. Die Ludwigsburger haben nämlich noch mächtig Wut im Wanst, Kotzen sich ordentlich aus und werfen die Kotze anschließend in sämtliche Richtungen.

“Geld für Gewalt“, “Völkermord“, “Raus aus Deutschland“, “Kapitalismus“ oder “Ich will mein Leben in Freiheit leben“, all das sind Songs mit klaren und unmissverständlichen Ansagen, die nicht den Anspruch erheben müssen, dass Rad krampfhaft neu zu erfinden, sondern die einfach nur den Druck ablassen, der sich aufgestaut hat. Musik als Ventil sozusagen und das auf eine Art, wie sie z.B. von NORMAHL auf “Verarschung Total“ oder “Ein Volk steht hinter uns“ praktiziert wurde. Schnörkellos, chaotisch, ohne Umwege und im traditionellen 80´ger Jahre D-Punk Aufzug. Steff

www.myspace.com/ueberdosispunk