RÖDE GRÖDE MED FLÖDE*! HEIL DÄNEMARK – LANG LEBE NORDGAU!

So, meine Lieben!

Ich bin jetzt gerade zwei Wochen mit meinem alten Kutter von Wohnmobil durch das schöne Dänemark gekurvt und habe versucht, mich zu erholen. Ostseeküste: schööööön, obwohl ich ja eher Fan der rauen Nordsee bin. Ebeltoft, Grenaa und Frederikshavn können schon was. Und das Beste: kaum Germanen. Viele Norweger, Schweden, Dänen natürlich und vereinzelt ein paar Holländer. Alles tutti. Doch sobald man sich der Jammerbugt, repektive Lökken und Blokhus nähert und dann weiter nach Süden Richtung Hvide Sande, Henne und Blavand kommt… eieieieiei. Adolf, ick hör Dir trapsen. Stundenlang könnte ich mich hier darüber auslassen, warum es ausgesprochen unangenehm ist, Deutscher zu sein – oder als ein solcher identifiziert zu werden. Doch das möchte ich Euch und meinen zarten, gerade rekonvaleszenten Nerven ersparen. Stattdessen werden ich hier einen auf good ol’ Knigge machen und einmal ein paar Verhaltensregeln aufstellen. Nur für den Fall, dass Ihr den nächsten Urlaub in Dänemark verbringen wollt…

1. Da der Däne in den 40er Jahren ja schon mal einige Zeit zum Deutschen Reich gehörte, gehen Sie ruhig davon aus, dass er Deutsch kann. Irgendetwas muss der biertrinkende Hotdog Verkäufer ja mal gelernt haben. Sprechen Sie also in jedem auch noch so kleinen Dorf die Eingeborenen ruhig mit krräftiger, lauter Stimme auf Deutsch an. Sie beweisen so, dass Sie nicht zu Unrecht zur übermenschlichen Nation Europas gehören.

2. Sollte der Däne besser Deutsch sprechen als Sie (was wahrscheinlich ist, besonders wenn Sie zu den Leuten gehören, die unter Punkt 3 bedacht werden), dann lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Der kann nichts. Am besten ist, Sie reden mit ihm, wie Sie es mit einem kleinen Kind oder einem Geistesgestörten machen.

3. Tragen Sie ruhig folgende Kleidungstücke:
- Fußballtrikot Ihres Lieblingsvereins (also wahlweise Schalke, BVB, Bayern, HSV oder Werder)
- Leggings (die wachsen so schön mit) oder graue Jogginghosen
- Oberbekleidung mit dem Namen Ihres Heimatdorfes, damit unterstreichen Sie auch einen gewissen Lokalkolorit und zeigen dem Pölserfresser, dass Sie viel, viel besser wohnen als er.
- Mottoshirts àla „Ramel Wilder“, „Bier macht schön“ oder „Ich bin zwar kein Gynäkologe- aber ich schau es mir   trotzdem an“ – Damit unterstreichen Sie galant Ihren Humor und widerlegen gleichzeitig das Vorurteil, der Germane sei humorlos

4. Hissen Sie gleich nach Ankunft in Ihrem Ferienhaus oder auf dem Campingplatz entweder die deutsche Flagge oder die Ihres Bundeslandes. Okay, die von Schalke oder BVB… na ja, Sie wissen schon – die tuns auch. Sie haben bezahlt, das Grundstück ist Ihres. Außerdem ist es ja eigentlich Reichsgebiet.

5. Generell sollten Sie sowieso davon ausgehen, dass der Däne ohne Sie gar nicht existieren kann. Das Bauerngelumpe, diese Schönwetterfischer leben ja schließlich ausschließlich vom Tourismus und sollen froh sein, wenn überhaupt jemand kommt. Sie sind vollkommen im Recht, wenn Sie diesem Lumpenpack mit ihrem Spielgeld mal zeigen, dass mit den Herren Europas nicht zu spaßen ist! Wedeln Sie ruhig mit Ihren Euro-Scheinen und bestehen Sie darauf, auch mit diesen zu bezahlen. Egal, ob Hot-Dog oder Jeans aus dem Outlet-Store. Das ist Europa – und wem gehört Europa? Bidde!

6. Als Mensch von Welt – wir erinnern uns: Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt! – lassen Sie sich bitte nicht von irgendwelchen Vorschriften, die diese Möchtegernwikinger erlassen haben, beeindrucken. Sehen Sie es als Empfehlung. Wenn der Däne sagt: „Kein Camping am Strand!“, dann meint er lediglich, dass das eigene Volk gefälligst Ihnen nicht den Panoramablick aufs Meer versperren soll. Lassen Sie Ihren Abfall ruhig liegen, die Queen räumt ihr Geschirr auch nicht selber weg.

7. Sollte ein Eingeborener in einem Dorf einmal an der Straße halten, weil er so unwichtige Sachen vorhat, wie einkaufen oder Oma rauslassen, dann ist es selbstverständlich, dass Sie mehrfach und vehement laut hupen. Wo kommen wir denn da hin, wenn wir uns von diesen Schlickrutschern den schönen Tourenplan versauen lassen und womöglich 3 min. zu spät zum Sommerhaus kommen? Es ist ja schließlich alles bezahlt!

8. Sollten Sie auf ein Bier (na klar, das schmeckt da sowieso nicht, die können ja nix, die Kartoffelköppe) in die Kneipe gehen, nehmen Sie Ihre neuen Freunde vom Stellplatz nebenan mit oder die Nachbarn aus der Ferienhaussiedlung. So können Sie im Vollsuff gut und wortlaut die Jukebox übertönen. Und „Oh, Du schöner Westerwald!“ kommt immer gut. Der Däne ist dankbar über jedes auch noch so kleines Fitzelchen Kultur, dass er aufschnappen kann.

9. Beschweren Sie sich, wo Sie nur können! Diesen Wilden muss Disziplin eingetrichtert werden! Irgendwann werden sie Ihnen dankbar vor die Füße fallen. Tja, Zivilisation muss sein.

10. Lassen Sie unbedingt die Beflaggung und den Außenspiegelschmuck der letzten WM/EM am Auto. So geben Sie sich schon von weitem als Herrenmensch zu erkennen und dürfen sich eines herzlichen Willkommensgrußes gewiss sein.

Ein bisschen stutzig macht es mich allerdings schon, dass es im grausamsten Urlaubsgebiet, in Blavand, einen solchen Shop gab, der ausschließlich scharfe Messer und Hackebeile anbot… (siehe Photo [nicht getrixt...oridschinal!])


Jeg elsker den danske!

Ich mach mir jetzt noch eines der letzten Tuborg auf.

Skal for Danmark!

Venligst hilsen,
VikingrÜBi

mig playlist:

Teknisk Uheld (DK)- Circus Crapula
Asta Kask (Swe)- alles
Willie Nelson- On the Road again
Dire Straits- Money for nothing / Sultans of Swing
Duke Ellington- alles
The Great Deciver- alles
Black Sabbath- s/t

* heißt: rote Grütze mit Sahne und wird in etwa so ausgesprochen: röll grölthe mell flöle, wobei das the wie im englischen betont wird… aber das muss man hören…

farvel!