UNDERDOG # 32

UNDERDOG # 32
Fred Spenner
Narzissenweg 21
27793 Wildeshausen

Aus dem hohen Norden kommt hier die neueste Ausgabe des politischen Underdog-Fanzines. 76 Seiten umfasst die kopierte Punk-Postille im handlichen A5-Format. Die Ausgabe ist vollgestopft mit Infos zu den verschiedensten Themen und bietet mal wieder viel Lese- aber auch Lernstoff.

Neben den obligatorischen News und Reviews gibt es zwei ausführliche und interessante Interviews mit ‘The Nikoteens’ und der mir bisher unbekannten Deutschpunkband FEUERWASSER aus Witten. Die muss ich gleich mal antesten, da sie im Interview einen schwer sympathischen Eindruck hinterlassen. Sehr interessant ist die Titelstory über das in letzter Zeit wieder mehr in Mode gekommene Roller-Derby. Eine hauptsächlich von jungen Damen ausgeführte, recht robuste Rollschuh-Battle. Als Kind hab ich’s auf Tele5 geliebt. Da sind amerikanische Mixed-Teams auf Holzbahnen mit Steilwänden gegeneinander angetreten. Die Mädels hierzulande machen das ganze nun auf Asphalt und Beton, was die Sache natürlich um einiges riskanter macht. Ein wirklich schöner Einblick in diese coole Sportart, wie ich finde. Politisch beschäftigt man sich diesmal ausführlich mit der Ideengeschichte des Antikommunismus. Explizit und kompetent wird die Geschichte der Hetzte, Verleumdung und Propaganda gegen Kommunisten aufgearbeitet und auch nützliche  Hintergrundinfos und Beispiele angeführt. Für den Stumpfpunk von nebenan is das bestimmt ein bisschen zu viel, aber der politisch interessierte Lesefreund mit Grips wird sein Vergnügen daran haben. Schließlich ist der Artikel auch nicht ganz einfach geschrieben. Hinzu kommen lesenswerte Kolumnen inklusive für mich nicht ganz verständlichen Kurzprosa-Texten. Auch über den Comic am Schluss konnte ich leider nur ganz sachte schmunzeln. Das Interview mit Patrick von GUTS PIE EARSHOT über die Lebensweise auf dem Bauwagenplatz Münster ist dagegen ein weiteres Highlight in der Ausgabe.

Viel interessanten Lesestoff bietet die # 32 des Underdog also. Sprachlich sehr ausgereift und manchmal etwas intellektuell angehaucht, aber immer gut verständlich. Allein die blumig-prosaischen Reviews, durch die man kaum den Inhalt des nun rezensierten Mediums nachvollziehen kann, stören mich doch. Ansonsten gibbet viele Infos, interessante Stories & Interviews, sowie eine hörbare CD-Beilage mit 16 Songs von 8 Bands!  Mirko

www.underdogfanzine.de