OLAF SCHUBERT – WIE ICH DIE WELT RETTEN WÜRDE, WENN ICH DAFÜR ZEIT HÄTTE

OLAF SCHUBERT – WIE ICH DIE WELT RETTEN WÜRDE, WENN ICH DAFÜR ZEIT HÄTTE
(Fischer-Verlag)

Wer kennt ihn nicht, den zweiterotischsten Mann aus dem Osten, gleich nach Sachsen-Paule. Den Betroffenheitslyriker Olaf Schubert. Nach einer fast 15-jährigen Bühnenkarriere beschert uns das rhetorische Genie im grün-gelben Pullunder sein erstes Buch. Und wer seine Stand-up Auftritte mochte, wird auch dieses Buch lieben – zumindest die erste Hälfte.

Der Olaf erzählt uns einen Tag aus seinem Leben, auf dem Weg seinen Mitmenschen Lebenshilfe und -weisheiten aufzuzwingen. Die Story beginnt wirklich lustig und ist gespickt mit den für Schubert typischen verfälschten Sprichworten und sprachlichen Irrwegen, die lustiger nicht sein könnten. Auf seinem Weg durch die Innenstadt entstehen so aberwitzige Situationen die Schubert mit rechthaberischer Überlegenheit der eigenen Person trotz völligem verkennen der realen Situation beschreibt. Zwischendurch gibt Schubert absurde Lebens-Tipps und stellt dem geneigten Leser total wirre Hintergrund-Informationen zu verschiedenen Themen zur Verfügung, die jeglicher Wahrheit entbehren. Leider geht aber nach der Odyssee durch die Innenstadt der rote Faden verloren. Der weitere Verlauf  ist keine zusammenhängende Geschichte mehr, sondern nur noch wirres Gelaber. Die rhetorischen Absurditäten verkommen zum Selbstzweck und die Ausführungen werden immer abstruser, so dass es einfach zu viel wird. Ein Makel, der auch so manch anderem Comedian zu schaffen macht, wenn er mehr als 200 Seiten schreiben muss oder ein 2-stündiges Programm aus dem Ärmel schütteln will.

Die ersten 120 Seiten sind ein absolutes Muss für Schubert-Fans und auch für Freunde des Sprachwitzes ebenfalls unumgänglich. Die zweite Hälfte des Buches, so kann ich guten Gewissens sagen, kann man dagegen getrost in die Tonne kloppen. Mirko

www.olaf-schubert.de