ABO ALS LEBEN: AHOI CONNEWITZ – WIR MUSSTEN DANN MAL WEG

ABO ALS LEBEN: AHOI CONNEWITZ – WIR MUSSTEN DANN MAL WEG
(Paperone Edition)

Mit Ahoi Connewitz liegt nun der zweite Teil der geplanten Connewitz-Trilogie von Abo Alsleben vor. Die Handlung setzt genau dort an, wo der erste Teil aufgehört hat – also sollte man den Erstling schon gelesen haben, bevor man sich an den zweiten Teil wagt. Ebenso sollte man die Rezension des Vorgängers hier auf uglypunk.de mal überfliegen.

Zum Inhalt: Connewitz ist mittlerweile eine Freie Republik. Trotzdem haben Steingrimm und seine Kumpels Jauche, Willy & Thomas kaum Ruhe. Nicht nur, dass die diplomatischen  Beziehungen und die internen Plenen viel Energie kosten, nein – sowohl der deutsche Staatsapparat als auch dumme Faschos versuchen immer wieder, die Connewitzer zu ärgern. Kurzentschlossen statuieren die Kumpels an den Faschos und der Stadt Leipzig ein Exempel, weswegen Steingrimm und Oi-Punk Willy die Stadt fluchtartig verlassen müssen. Nach einer spektakulären Flucht, landen die beiden mit ihrem Fluchthelfer Bubi auf dem Schiff eines radikal-militanten Tierrettungs-Kommandos.

Mit dem zweiten Band begibt sich Abo Alsleben auf ein neues Themengebiet. War es doch im ersten Band die Abspaltung von Deutschland und das chaotische Leben in Connewitz, so dreht sich hier alles um den Natur- bzw. Meeresschutz. Die Sorgen des Stadtlebens unter Freaks werden eingetauscht gegen den aufopfernden Kampf für die Lebewesen der Weltmeere. Stilistisch bleibt sich Abo Alsleben treu, so dass man sich schnell wieder in die Welt von Steingrimm einfindet, auch wenn sich unser Held hier in gänzlich fremder Umgebung zudröhnt. Die Aktionen der Protagonisten sind wider geleitet von Naivität und führen meist ins Absurde – und auch so manch andere sonderbaren Geschehnisse (z.B. Jauches Haustier Sally oder der Fliegende Holländer) sorgen für Verwirrung. Auch dieser Roman ist wieder gespickt mit Zitaten, Verweisen und Halbwahrheiten, dass es nur so kracht.

Obwohl die Umweltschutzthematik und die lange Zeit an Bord der „Meeresretter“ nicht ganz so viele Möglichkeiten bietet, wie die Abspaltung von Connewitz, ist Abo Alsleben ein würdiger Nachfolger gelungen. So findet sich mehr Ernsthaftigkeit und Gefühl in der Story, ohne belehrend oder spaßbremsend zu wirken. Aber auch an der Gewaltschraube wird gedreht. Alsleben lässt seine Protagonisten schon mal morden und im Blut matschen, was für mich jedoch etwas fehl am Platze wirkt. Aber das tut dem Spaß keinen Abbruch. Bin jedenfalls auf den nächsten Teil gespannt. Schließlich lässt das Ende dieses Teils noch genug Fragen offen, so dass die Fortsetzung unumgänglich scheint. Mirko
PS: Wieder in großer Schrift und mit wenigen Buchstaben pro Seite.

http://www.aboalsleben.de