PANKERKNACKER # 23

PANKERKNACKER # 23
Pankerknacker Verlag
Postfach 360421
10974 Berlin

Recht spät ist er eingetrudelt, aber immerhin kam er… der Pankerknacker. Und der gute Chris hat weder Flecke noch Knicke hinein gemacht. Scheinbar unberührt lagerte er weich gebettet im braungebrannten Umschlag. Die vorangegangene Ausgabe versprach uns mit dieser Nummer 23 ja einen Leckerbissen der besonderen Art. Und tatsächlich. Im durchweg farbenfrohen A 4 Format setzt uns Herr Stiletti und sein Team ein Heftchen vor, das für ein Punkrockmagazin schon fast zu weit an der Schwelle der Professionalität steht.

COR, EISENPIMMEL, TOXOPLASMA, DISTEMPER, , RAMONES Musem Berlin, Reiseberichte oder Dorfpunks als Theaterstück sind nur ein paar Auszüge aus dem gut gefüllten Inhalt, welcher vom 8seitigem Interview mit dem Grafen persönlich, Mr. Bela B., angeführt wird. Allein dieses ausführliche Interview rechtfertigt schon die Anschaffung dieser selbstverliebten Gazette, die wohl aus allen Nähten geplatzt wäre, hätte man sich nicht dazu entschieden, das ein oder andere Gespräch lediglich als Auszug zu bringen und die Fortsetzung auf die Homepage zu stellen. Der Schreibstil der Pankerknacker Crew wirkt stets locker-flockig und natürlich gerne mal respektlos und provokant. Auch gegen die Kollegen oder die Konkurrenz wird zwischendurch scharf geschossen. Ob man jetzt damit die Gemeinten unter der Gürtellinie trifft, kann ich nicht beurteilen, aber als Außenstehender E-Ziner ist es trotzdem recht spannend zu betrachten. Überhaupt fühlt man sich bei den Battles, die gerade zwischen anderen Zines und dem Pankerknacker laufen, ein wenig wie in Eminem´s 8 Mile. Man darf wohl auf weitere Reaktionen der anderen Lager gespannt sein und vielleicht belebt so ein bisschen Anheizerei ja auch das Fanzine Geschäft. Das hat damals mit Werdes Tim Wiese gegen den HSV doch auch funktioniert, auch wenn es dort um Fußball ging. Nicht ganz so rund wie ein Fußball ist die beiliegende Pankerknacker Hörbuch CD. Trotz großer Namen wurde ich mit dem Vorgelesenen oder dem Erzählten irgendwie nicht warm, vielleicht auch, weil ich was anderes erwartet hätte. Das mindert aber in keinster Weise die Qualität des Heftes, denn so eine CD ist ja meistens nicht mehr als schmückendes Beiwerk, wenngleich auf dieses Werk bezogen sicherlich ein weitaus größerer zeitlicher Aufwand betrieben wurde, als das bei normalen Heft CD´s mit Mucke drauf der Fall ist.

Ich würde zwar nicht durchweg alles was im Pankerkancker geschrieben steht unterschreiben, erkenne aber neidlos an, dass dieses Berliner Zine dem Ruf, eine große Hausnummer zu sein, absolut gerecht wird. Das ist der Lohn der Ruhelosen und Fleißigen. Steff

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