MOLOKO PLUS # 41

MOLOKO PLUS # 41
Moloko Plus
Feldstraße 10
46286 Dorsten

Die Vorworte, Licht und ein wenig Schatten. Torsten klärt über ein besonderes Schmankerl dieses Heftes auf (dazu später mehr) und Paradise zieht den großen deutschen Parteien die Hosen runter. Man empfindet Sympathien für die Deutsche Biertrinker Union oder die Deutsche Sexliga. Mannomann, was es nicht alles für bescheuerte Parteien gab… da mach ich meinen Kreuzchen doch lieber weiterhin bei den Genossen links außen.

Der erste Gesprächspartner dieser Ausgabe und zugleich auch diesmaliges Covermodel ist Pöckel, der als Herausgeber des wohl ersten deutschen Skinheadfanzines “Boots“ einiges aus alten Zeiten zu berichten hat. Interessantes Interview, wobei ich es persönlich noch ausschlussreicher gefunden hätte, wenn man noch näher darauf eingegangen wäre, warum man damals über Bands wie SKREWDRIVER berichtete und vor allem, inwieweit die damalige Szene zwischen den “alten“ und “neuen“ SKREWDRIVER differenzierte. Vielleicht kann man diese Frage ja mal in den nächsten Ausgaben einer älteren Szenegröße stellen oder in anderer Form durchleuchten, mich würd´s interessieren. Eine Größe war auch Bubi Scholz und mit einem Blick in seine Vergangenheit, lässt man die Boxlegende auf 4 Seiten noch mal aufleben. Noch keine Größe, zumindest mir völlig unbekannt, sind HEARTBREAK HOTEL, eine finnische Streetpunkband, die neben Musik und Alkohol auch ein paar Wörter zu den finnischen Amokläufen verliert. 45 ADAPTERS nennen SMEGMA und BÖHSE ONKELZ in einem Satz… Leute, auch wenn ihr alle Klischees vom großartigen deutschen Bier kennt, hier muss dringend Aufklärungsarbeit geleistet werden, denn das haben die großartigen SMEGMA nicht verdient. Es folgt ein Austausch mit Micro von den ehemaligen Fun-Punk Königen ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN, der nett ist, aber ruhig hätte länger sein können. Der mit OHL Frontmann Deutscher W hingegen ruhig kürzer, aber wenigstens geht’s diesmal nicht um die übliche Schose, sondern um einen Rückblick in die vergangenen 30 Jahre. Wie Torsten bereits im Vorwort zu Papier brachte, muss man zu dieser Band einfach eine Meinung haben, sei sie nun gut oder schlecht. Ich war nie ein Liebhaber dieser umstrittenen Kapelle, erkenne aber gerne an, dass Deutscher W ein Mensch ist, der Rückrad hat und seinen Film durchzieht, auch wenn ich diesen Film wohl nie verstehen werde. Der Experten- und Fanmeinung, dass OHL ohne szenetaugliche Parolen auskommen, würde ich aber widersprechen, denn die antireligiösen Texte der Band beinhalten nicht gerade wenig Parolen, die ich zum Teil sogar als szenetauglich einstufen würde. An weiteren Gesprächsrunden nehmen außerdem noch teil: VOLXSTURM, STOMPER 98, SALVATION CITY ROCKERS oder Steve E. (CUTE LEPERS). Das Moloko Plus bietet somit eine Mischung aus alten Haudegen und nicht immer unumstrittenen Bands.

Das Prunkstück dieser Ausgabe, eingangs als Schmankerl umschrieben, ist allerdings die beiliegende Heft CD. Ein Utensil, das manch einer ja gerne mal unangetastet lässt. Hier bekommt man diesmal 23 Bands vorgesetzt, die sich teilweise sogar extra ins Studio bewegt haben, um unveröffentlichte Stücke präsentieren zu können. Abonnenten bekommen das Stück sogar in einer EP-Blender Version. Auch die dazugehörige Bandvorstellung ist alles andere als gewöhnlich, denn jede Band musste noch ein paar Statements zu Themen wie Grauzone, Groupies oder Gema abgeben. Wie bereits erwähnt, ist eine Heft CD in den meisten Fällen und egal welchem Zine sie beiliegt, immer ein großer Kritikpunkt. Hier allerdings möchte man aufgrund der investierten Mühe schon fast sagen, dass man diese Ausgabe schon allein wegen der CD haben sollte. Spike

www.moloko-plus.de