HÖRINFARKT – POPP- UND BLASMUSIK

HÖRINFARKT – POPP- UND BLASMUSIK
(Puke Music)

Schau an, Popp- (wohlgemerkt mit zwei “p“) und Blasmusik. Blasmusik stellt man sich in der Regel immer etwas anders vor, aber wenn alle Blaskapellen dieser Welt auf Ska-Punk umsatteln, hätten wir bestimmt eine bessere Welt. Ohne Krieg und Korruption und nur mit guter Laune, natürlich ausgestrahlt von Tanzfetischisten.

Eine lupenreine Ska-Punk Band ist HÖRINFARKT aber nicht, eher eine Band, die poppigen Rock/Punk spielt, dessen (fast) ständige Begleiter die Blasinstrumente sind. Es wird wert auf Melodie gelegt, das ist positiv, aber es regiert in und zwischen den Zeilen auch gerne mal ne´ Portion Ironie, die leicht dazu neigt, in Nonsens abzudriften, das ist negativ. Bei Stücken wie “Fleisch“ oder “Schwiegermuttertyp“ ziehen sich meine Mundwinkel, ganz in der Tradition unserer Bundeskanzlerin, nach unten. Bei Stücken wie “Diva“ oder dem vielleicht heimlichen Hit dieses Albums, “Tränen im Regen“, hingegen, wird mein Gesichtsausdruck wieder freundlicher und meine vorher festgetrockneten Lippen beginnen sich zu lösen, so das die Sonne die Möglichkeit hat, sich in meinen silbernen Kronen zu spiegeln oder andere dadurch zu blenden.

Ich erlebe also eine klassische Berg- und Talfahrt bei diesem Hörerlebnis und da manche Platten ja Spätzünder sind oder erst einwirken müssen, wiederhole ich die Achterbahnfahrt einfach. Doch es bleibt trotzdem alles beim Alten, denn auf jedes gute Stück folgt ein eher durchschnittliches. Oder umgekehrt, dann hört es sich auch positiver an, auf jedes durchschnittliche Stück folgt ein gutes. Trotzdem ist mir Band mit ihrer herausposaunten Unbekümmertheit irgendwie sympathisch und auch wenn sie zu 50% an meinen Geschmacksnerven vorbeischlittern, so bleibt immerhin festzuhalten, dass sie aufgrund der anderen 50% mit Kreativität und Potential gesegnet sind. Steff

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