DIE SIFFER – PAROLEN, POGO & PROMILLE

DIE SIFFER – PAROLEN, POGO & PROMILLE
(Eigenproduktion / Nix Gut)

Im Jahre 2009 feierte die Marbacher Pop-Punk-Band DIE SIFFER ihr 15-jähriges Bandjubiläum. Zu diesem besonderen Anlass veröffentlichte das Trio einen eigenen Sampler, mit dem die Band ein klein wenig Verwirrung stiften wollte. 18 Song von 10 ‘Bands’ befinden sich auf dem Teil, dass im charmanten Papp-Schuber daher kommt. Nun drängt sich einem doch schnell der Verdacht auf, DIE SIFFER könnten sich hinter allen Bands verstecken. Schließlich sind mir Bandnamen wie CHRISTEL BÖRG (greetz to Chris de Barg), DER SEEMANN und PRINZ STECHENDER GERUCH nicht ganz geläufig. Das, was DIE SIFFER hier also als „noch nie dagewesene“ Idee verkaufen wollen, wurde aber leider schon von den TOTEN HOSEN und EISENPIMMEL  inszeniert.

Nun gut, geboten bekommt man dann 18 Pop-Punk-Songs, die entgegen der Bandinfo doch weniger stilistische Abwechslung bieten, als dem Konsumenten versprochen wird. Lediglich der Gesang und sparsame Bläser-Einsätze bringen etwas an Variation in die Songs. Die Aufnahmequalität lässt eigentlich nicht viel zu wünschen übrig und der Sound ist erstaunlich druckvoll ausgefallen. Die Texte sind dagegen nicht immer der Knüller. Denn man findet neben einigen gelungenen, kritischen Texten (wobei „Schusters Leisten“ mir als Stuttgarter aus dem Herzen spricht) auch viel Murks.  Entweder begibt man sich (mit Tracks wie z.B. ‘Transvestiten-SKA’ oder ‘Kotzen, Baby’) auf unlustiges Asi-Fäkal-Niveau, gibt sich schnulzigem Gefühls-blabla  (‘Den ganzen Tag’) und pubertären Belanglosigkeiten hin (‘Alles auf Rock’, ‘Bobby Car Song’) oder wirkt einfach nur unfreiwillig komisch (‘NPD-Boogie’, ‘Druck’, ‘Spießer, du bist ein’) auch wenn’s gut gemeint ist.

Musikalisch ist das mal so mal so. Zwar wirklich gut gespielt – man muss den Dreien echt zugestehen, dass sie ihre Instrumente beherrschen, aber manchmal ist das alles etwas zu brav (wenn man mal von „Grün im Gesicht“ & „HC unser“ absieht, in denen richtig abgegröhlt wird) oder zu gewollt primitv gehalten. Bei dieser CD bin ich sehr gespalten. Manches geht mir echt auf’n Sack, manches geht OK und ein paar Stück rocken richtig! Bei drei Öcken für 45-Minuten „hartchorpop“ kann man zumindest beim Preis nicht groß meckern. Daher für die gutbürgerliche Pop-Punk-Gemeinde sicher ein Highlight, für mich dagegen eine sehr durchwachsende Pladde. Mirko

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