V.A. – PUNK CHARTBUSTERS VOL. 6

V.A. – PUNK CHARTBUSTERS VOL. 6
(Wolverine Records)

Punk Chartbusters Teil 6. Ein Werk in dem sicherlich jede Menge Arbeit steckt, da es sich nicht um einen lieblosen, mal so nebenbei zusammengestellten Labelsampler handelt, sondern ein Konzept verfolgt wird, bei dem man gewisse Kriterien erfüllen muss, nämlich aktuelle oder vergangene Charthits zu covern. Auch rechtlich stelle ich mir die ganze Geschichte sehr kompliziert vor, aber das steht auf einem anderen Blatt Papier.

Bei Samplern ist es ja äußerst selten, um nicht zu sagen so gut wie unmöglich, dass einem alle Songs gefallen. Es gibt immer Licht und Schatten und bei einer 2 CD Zusammenstellung sogar gleich doppelt soviel davon. Bei dem sich nun ca. zum dritten Mal in der Anlage kreisenden Album, stechen vor allem die Stücke hervor, die entweder aus einem komplett anderen Genre kommen (z.B. Hip Hop) oder denen man versucht hat, eine eigene oder andere Note aufzudrücken, weit entfernt von der einfallslosen “ich spiel jetzt einfach mal alles etwas schneller und das war´s“ ME FIRST AND THE GIMME GIMMES Art. Songs wie Westernhagens “Sexy“, Cindy & Berts “Immer wieder Sonntags“, Hasselhoffs “Looking for Freedom“ oder Opus´ “Life is Life“, sind für Coverversionen sicherlich nicht die beste Wahl und Billy Idols “Dancing with myself“ ist eines dieser typischen Lieder, das schon im Original Punkrock genug ist und eigentlich keiner Auffrischung bedarf.

Aber wo Schatten ist, da ist auch Licht, und auf den Plätzen an der Sonne sehe ich bspw. THE MARPLES, die “Just want you to know“ von den Backstreet Boys durch den Punkwolf drehen, sowie FRONTKICK mit “Overkill“ von Men at Work oder VERLORENE JUNGS, die sich an den Partyhit “Das geht ab!“ von Frauenarzt wagen. Dessen Texte sind zwar ansonsten alles andere als o.k., aber dieses Lied ist total jugendfrei und wurde von VJ auch super umgesetzt. Durch die Podiumsplätze sogar noch ein Stückchen näher an der Sonne: BONSAI KITTEN, mit einer sehr schönen Psychobillyversion von Alice Cooper´s “Poison“, KAWENZMÄNNER, die Michal Jackson´s “Earth Song“ so grauenvoll verhunzen, dass es schon wieder cool ist, und FAHNENFLUCHT, die sich dem vielleicht besten Stück von Fettes Brot angenommen haben (An Tagen wie diesen) und diesem den eigenen Stempel aufdrücken. (Thomas, ich wusste gar nicht, dass Du so schnell singen kannst). Aber ganz gleich welche Tracks man jetzt mehr oder weniger mag – auf zwei Silberlingen zum Preis von einem, die auch noch mit 80% unveröffentlichtem Material gefüllt sind, bekommt man einen idealen Soundtrack für gepflegte Punkrockpartys. Spike

www.wolverine-records.de