HAGBARD CELINE – CD Release Party (30.01.2010 in Leiwen / Club Monopol)

STONED ALIENS
CHURCH OF CYCOLOGY
CHEFDENKER

30.01.2010 in Leiwen / Club Monopol

Schnee, Schnee, Schnee, seit Wochen nix als Schnee, wo das Auge hinblickt. Früher hätte ich mich über jedes einzelne Gramm gefreut. Jetzt nervt es nur noch. Mussten wir doch schon den Gig in Erlenbach mit MOLOTOW SODA absagen, war es heute auch schon wieder fraglich, ob genügend Leute sich auf den Weg zum Monopol machen würden. Besonders diejenigen, die von weiter weg erwartet wurden. Immerhin konnten wir telefonisch in Erfahrung bringen, dass alle Bands sich auf die Reise begeben hatten. Soweit so gut. Heute sollte also unser neues Album „AM ENDE DIE GUTEN“ gebührend gefeiert werden. Leicht verspätet zwar, kam die Platte doch schon im Dezember auf den Markt, aber besser als eine CD-Release-Party ohne CDs zu riskieren, wie es schon so manchen Kollegen ergangen ist. Natürlich hatten wir uns wieder illustre Gäste eingeladen: Die STONED ALIENS aus Zweibrücken, die uns ebenfalls
letztes Jahr zu ihrer Release-Party eingeladen hatten, CHURCH OF CYCOLOGY, die Band unseres ehemaligen Schlagzeugers Pedda aus Wuppertal, der heute bei uns auch einen Gastauftritt haben sollte, sowie unsere Busenkumpels aus Köln, die wahnsinnigen CHEFDENKER. Mit diesem Aufgebot sollte einer gewaltigen Party nix im Wege stehen. Mittags machte ich mich erstmal auf zum Bahnhof nach Wittlich, um unseren Ehrengast Wally abzuholen, bei dem im Studio wir die neue Platte aufgenommen hatten. Er sollte heute auch noch einen kleinen Gastauftritt haben, dazu später mehr. Zu dem Zeitpunkt waren die Strassen noch relativ gut befahrbar, der große Schnee war aber für die Nacht vorausgesagt worden. Auch dazu später mehr. Zurück vom Bahnhof traf kurze Zeit später auch schon Weissen ein, um unsere Anlage zu verladen. Praktischerweise ist unser Proberaum im Keller meines Hauses. Geschwind alles eingepackt, kam auch schon Soundmann Tommi, der auch sehr praktischerweise gegenüber wohnt, aus seiner Höhle getapst. Der arme war mal wieder etwas verschnupft. Schnell noch den Produzenten unserer letzten Platte (Tommi) mit dem Produzenten unserer neuen Platte (Wally) bekanntgemacht, dann konnte es los gehen nach Leiwen. Die beiden Tüftler nutzten die Gelegenheit zum fachsimpeln und ihre Erfahrungen mit den Hagbard-Assis auszutauschen. In Leiwen mit etwas Verspätung eingetroffen, waren die Wuppertaler bereits vor Ort. Nach ausgiebigen Begrüßungsritualen („Pedda, Jahre nicht gesehen! Barg, ihr habt letztes Jahr beim Ruhrpottrodeo beide die ganze Nacht an der Theke gestanden und gesoffen! Beide: Echt?….“) ging´s dann an den Aufbau der Anlage, Bandbier verstauen usw. Leider waren im Hotel, welches zum Monopol gehört, nicht genügend Zimmer für alle Bandmitglieder frei, so dass kurz noch ein Notfallplan ausgeheckt werden musste. Die beiden Anjas beschlossen also, dass Anja G. nichts trinkt und den Heimfahrer macht. Auch dazu später mehr. Da ich meine MPU erfolgreich absolviert hatte, sollte heute mein erstes Besäufnis seit dem Punk im Pott stattfinden, bis PIP war ich fast das ganze Jahr 2009 abstinent. Ich war gespannt, ob´s mit dem musizieren im Suff noch klappen würde… Inzwischen warn auch die anderen Bands eingetrudelt. So, jetzt ein Sprung zum Konzert. Den Opener machten heute die STONED ALIENS.
Leider füllte sich das Monopol wegen dem verdammten Schneechaos nur sehr schleppend. Die gegen 21 Uhr schon anwesenden standen lieber im Kneipenraum an der Theke, statt die bei uns noch unbekannten STONED ALIENS zu würdigen. Ist ja auch immer ein Quartalstreffen im Monopol. Die Jungs waren auch etwas irritiert, das sie vor einem leeren Saal spielen mussten. Sie gaben sich alle Mühe, mit allerhand dummen Sprüchen und Pöbeleien die Leute zu bewegen und in den Konzertsaal zu bekommen. Erfolg hatten sie mäßig. Dabei spielen sie einen gar nicht so üblen Punkrock, mit deutschen und englischen Texten, der laut Promo in Richtung BOXHAMSTERS gehen soll. Schade, normalerweise würdigt das Publikum hier auch unbekannte Vorgruppen. Trotzdem rotzten sie souverän ihr Set zu Ende. Andere Möchtegern Rockstars brechen bei so was auch gerne mal ein Set ab. Alles schon erlebt. Als nächste waren also CHURCH OF CYCOLOGY an der Reihe. Die Jungs um unseren ehemalige Drummer Pedda spielen einen oldschooligen Hardcore, den ich mangels Ahnung von HC und Erinnerung nicht genauer beschreiben kann. Technisch versiert waren sie auf jeden Fall. Auch bei ihnen füllte sich der Konzertraum nur spärlich. Ich schätze mal, dass sich an die 40 Leute herein verirrten. Und überhaupt füllte sich das Monopol sehr langsam. Erst gegen 23 Uhr waren es dann mal so 140 zahlende. Normalerweise haben wir bei CHEFDENKER-Konzerten mindestens 200 Besucher, an die 300 waren es letztes Jahr bei KNOCHENFABRIK und die waren nicht mal offiziell angekündigt… egal, die Party lief. Gut warm getrunken, waren jetzt wir, also HAGBARD CELINE an der Reihe.
Und siehe da, die Leute strömten jetzt, gegen 23.30 Uhr, auch mal in den Konzertsaal. Der Platz vor der Bühne war angenehm gefüllt und man merkte, dass die Leute sich während der ersten beiden Bands warm getrunken hatten. Wir spielten ein Programm quer Beet durch unsere bisherigen drei Alben, Schwerpunkt auf dem Neuen, klar. Trotz Druckbetankung klappte es einwandfrei. Selten funktionierte meine Stimme live so gut, wie an diesem Abend. Ist das Eigenlob? Mir doch egal! Tommi, der statt Winni heute den Sound machte, zauberte auch ein gewaltiges Brett und nen ebenso bombastischen Bühnensound, so das die Maschine wie von allein tuckerte. Nachdem wir ca. 45 Minuten alte und neue Hits schmetterten, die vom Publikum gebührend mitgegröhlt wurden, manchmal hörte ich mehr Publikumsgesang als meinen eigenen, war es Zeit für den ersten Special-Guest. Pedda übernahm für 2 Songs das Schlagzeug und zwar „Sonnenblumenfeld“ und „Phönix aus der Asche“ von unserem ersten Album. Sonnenblumenfeld war bereits auf unserem ersten, mit Pedda aufgenommenem Demo und Phönix stammt noch von Peddas und meiner alten Band „Die BLUEBÄRS“. Das ganze ging natürlich ungeprobt über die Bühne. Klappte erstaunlich gut! Lustiger Rückfall in die Rumpeldipumpel-Schlagzeug-Zeiten, hehe. Nachdem dieses Special vorbei war, kam der nächste Überraschungsact auf die Bühne: TOXOPLASMA-Wally! Ursprünglich wollten wir 5 Toxolieder einproben, da Maurus aber wegen seiner lädierten Schultern wenig proben konnte, schafften wir nur zwei: SOS und Asozial. Saugeile Sache! Punklegende Wally hatte das Publikum sofort im Griff, welches auch nicht schlecht staunte. Ebenfalls ungeprobt rotze Wally seine Hits heraus, die natürlich lautstark mitgegröhlt und heftig betanzt wurden. Bei Asozial holperte der Anfang etwas, aber nach ein paar Takten waren wir drin. Cooles Gefühl, mit einem Kindheitshelden ein paar Lieder zu zocken, haha. Zugabewünsche konnten wir leider nicht erfüllen. Ein anderes Mal gerne! Wally hatte auch seinen Spaß, überhaupt gefiel es dem alten Haudegen gut im Viezland. Zum Abschluss gab´s noch das obligatorische „Korrekte Fuffies“, welches größtenteils lautstark vom Publikum gesungen wurde. Die können die Texte meistens eh besser als ich. So ging ein angemessenes Release-Konzert zu Ende. Meiner Meinung nach einer unserer besten Gigs. Zu Ende war jedoch noch nicht die Party. Denn die verrückten CHEFDENKER waren ja noch an der Reihe. Leider waren sie wieder mal nur zu dritt angereist, da Höllenklampfer Dominik kein frei bekam. Am Schlagzeug vertrat heute mal wieder Caddy den verletzten Matze. Was soll man zu CHEFDENKER noch groß
schreiben? Hit an Hit! Das Dominik fehlte war nicht weiter tragisch, zu dritt hat das auch immer so nen KNOCHENFABRIK-Charme. Natürlich wurde jede Zeile lautstark mitgegröhlt, in der ersten Reihe natürlich auch die Hagbard-Assis samt Crew. Der ein oder andere KNOCHENFABRIK-Hit wurde auch gespielt, Grüne Haare, Filmriss, Fuck off und Claus dudelte solo Toni Schumacher, wobei ich das Mikro enterte. Coole Scheiße! Genauere Erinnerungen fielen wieder mal dem Alkohol zum Opfer. Alle hatten ihren Spaß, Bands, Gäste, Personal. Bier, Viez und Cocktails flossen in strömen. Das „nur“ an die 140 Leute da waren, fiel nicht weiter auf. Sie feierten für 300. Als ich nach Ende vom CHEFDENKER-Gig mal raus ging um Luft zu schnappen, traf mich fast der Schlag: Gut 30 Zentimeter Neuschnee! Ach du Scheiße… Ab zurück in den Laden, wo noch einige sinnige Gespräche geführt wurden. Die beiden Anjas hatten ihre liebe Mühe, mich ins Auto zu bekommen, um nach Hause zu fahren. Wie immer tobte im Monopol und im Hotel noch bis in die Morgenstunden eine wüste Party, leider, oder Gott sei Dank, ohne mich. Für die Unmengen an Schnee kamen wir noch relativ gut nach Hause, dank Anjas Golf GTI, wer hätte das gedacht. Fazit: Geniale Party, Unkosten gedeckt, mehr leider nicht, und ein Karton CDs verkauft, was in der heutigen Zeit ja schon ne beachtliche Menge ist. Grüsse und danke an die Bands, Helfer, Tommi, Wally, Jochen, Winni und die geduldigen Anjas! Ich habe fertig.

Chris de Barg