BETONTOD – GLAUBELIEBEHOFFNUNG

BETONTOD – GLAUBELIEBEHOFFNUNG
(Better than Hell 2010)

Tja, normalerweise bespricht man keine Platte, die man sich für 15 Euro im Saturn gekauft hat, weil man alter Fan ist und es nicht erwarten konnte. Hier mach ich mal ne Ausnahme. Erstmal ist der Titel aus nem BROILERS Song geklaut. Ich hatte gehofft, das “Nichts“, welches ich schon vom Rock-Hard-Sampler kannte, nicht der stärkste Song der Platte ist und das da noch was schnelleres kommt. Dem war leider nicht so.

Die Songs sind durchweg lahm bis höchstens mal rockig. Noch etwas besser und glatter produziert als der Vorgänger “Schwarzes Blut“. Das soll wohl der Versuch sein, ins Fahrwasser solcher Deutschrock-Giganten wie BÖHSE ONKELZ, RAMMSTEIN und anderer Gesellen zu springen. Den Pathos dafür haben die Texte. Sind BETONTOD jetzt eigentlich Grauzone, weil sie auf Festivals mit Grauzonen-Bands spielen? Und wer hat überhaupt das Wort Grauzone erfunden?  Die Texte sind größtenteils recht “neutral“ gehalten. Es sind durchaus gute Songs dabei, z.b. “Nichts“ und “Alphatier“, aber warum bloß alles so verdammt langsam? Kann der neue Drummer nicht schneller? Ich hab ja nix dagegen, wenn sich Bands weiterentwickeln, aber dieser Mainstreamangriff ist echt unüberhörbar.

Ihr Handwerk verstehen sie auf jeden Fall, die standardmäßigen Gitarrenriffs sind schön mit Metal-Solos aufgepeppt, so das sie einem nicht direkt ins Gesicht springen. Wenn ich aber dran denke, wie die Gitarren live klingen, wurde hier wohl sehr viel am Rechner nachgeholfen. Ist ja bei den heutigen Möglichkeiten auch legitim. Wenn ich´s mir recht überlege, wäre die Platte echt ok, wären die Songs nicht alle so verdammt langsam. So bin ich als Fan der ersten Stunde aber eher enttäuscht. Chris de Barg

www.betontod.de