POPPERKLOPPER – WAS LANGE GÄRT, WIRD ENDLICH WUT!

POPPERKLOPPER – WAS LANGE GÄRT, WIRD ENDLICH WUT!
(Nix Gut)

Liebe Leute, ihr werdet wenige Platten in euren Schränken haben, bei denen die Geburt schwieriger war, als bei dieser! Die Popperklopper sind langfristig an ein Label gebunden. Leider hat das Label zur Zeit keinen Bock oder keine Kohle das neue Album zu veröffentlichen. Aus dem Vertrag entlassen sie die Jungs aber auch nicht. Das die neue Scheibe letztendlich bei Nix-Gut erschienen ist, ist das Resultat zäher Verhandlungen zwischen beiden Labels. Tja, da das „Stammlabel“ der Jungs aber gerne mitverdienen möchte, ist am Ende ein mehr als bescheidener Deal für die Band bei rausgekommen. Durch den Verkauf der wenigen raus gesprungenen Freiexemplare kann nicht mal ein Bruchteil der Produktionskosten wieder eingenommen werden. Nur soviel mal zu den Machenschaften einiger „Underground-Labels“.

Zur Musik, ist ja schließlich ein Review: 21 Jahre sind die Popperklopper aus der schönen Eifel (Lars und Carsten) sowie Bonn (Pöppel) schon unterwegs in Sachen Punkrock. In den 90igern wurden sie ja immer als 80iger Punk ala VKJ und Slime angepriesen. Für mich war es immer schon moderner, gut produzierter Punkrock mit eigenem Stil. Über die Jahre ging es etwas weg vom Deutschpunk hin zu rock`n rolligeren Songs mit überwiegend englischen Texten. Die “No Compromise“ kenn ich gar nicht. Auf der neuen Scheibe „Was ewig gärt, wird endlich Wut!“ gibt’s nun 15 neue Songs, wovon 5 mit deutschen Texten sind. Als altem Deutschpunkliebhaber gefallen mir diese natürlich am besten. Geboten wird ein Mix aus, Achtung, festhalten: Slime, Sex Pistols, Ramones, Motörhead, Peter & The Test Tube Babies, Canal Terror, Toxoplasma, Vorkriegsjugend, Molotow Soda, Die Toten Hosen, Hass, Tarnfarbe, Ausbruch, The Boys, The Vibrators, Johnny Thunders and the Heartbreakers, The Dictators, The Hellacopters, Turbonegro, AC/DC, The Damned, The Briefs, Contempt, The Exploited, Social Distortion, Dead Boys… Raus kommt Popperklopper! Die Jungs haben auf jeden Fall von je her einen eigenen Stil, der besonders durch das raue Organ von Sänger Carsten geprägt ist, sowie durch dessen sehr ausgereiftem Gitarrenstil. Zwischen bretternden Punk-Stakkato-Riffs lässt er gerne mal den Schweinerocker raushängen, inklusive schneller Soli. Beim Song „Allein“ gibt’s ultra-bombastische Chöre, die mich etwas an Manowar erinnern. Für mich ist „Allein“ auch der stärkste Song der Platte. Bei den anderen Songs gibt’s auch sehr schöne Chöre, da hat der Techniker sehr gute Arbeit geleistet. Überhaupt ist die Produktion sehr gelungen. Fett, aber nicht zu glatt gebügelt. Drummer Lars hat auch einige neue Rythmen gelernt, hehe, früher gabs ja nur schnell und langsam. Ich meine sogar, dass ein oder andere Tom zu hören. Fünf (englische)Texte haben Kumpels der Band beigesteuert, zwei Coversongs gibt’s und zwar „Do the contract hustle“ von The Boys und „One track mind“ von Johannes Donner und den Herzensbrechern. Tja, die Texte. Die englischen sind ja bei den Jungs immer ein wenig „Hauptschule 7. Schuljahr“- mäßig, was die Grammatik angeht, hehe. Aber da ziehen sie seit je her ihr Ding durch. Vom Inhalt der englischen Songs kann ich leider nix berichten. Die deutschsprachigen Stücke handeln von Beziehungen und persönlichem, und stumpfe Malocher bekommen auch ihr Fett weg. Das Nazis scheiße sind, kann man durchaus durch ein Zitat wie „Arbeit macht frei“ sagen, find ich voll o.k., denn stumpfes „Nazis Raus-Genöle“ muss ich nicht mehr haben. Passt! Eindeutig 0% Grauzone. Sänger Carsten ist ja auch bekennender Wochenendvollassi.

Bleibt noch das großartige Layout zu erwähnen: Digipack, na klar, aber das Booklett ist im Stil einer Boulevard-Zeitung gehalten, „Der Popperklopper!“ Kann man schwer erklären, muss man gesehen haben. Also unbedingt kaufen! Als Bonus sind noch 4 professionell bearbeitete Live-Videos vom Resist to Exist-Festival in Berlin 2008 drauf und zwar 4 deutschsprachige Hits! Fazit: Punkrock der Extraklasse, für jeden was dabei! Chris de Barg

www.popperklopper.com