FEUERWASSER – STÜRME DER ZEIT

FEUERWASSER – STÜRME DER ZEIT
(Eigenproduktion)

Neulich hat mir auf irgendeinem Konzert irgendein besoffener Experte einen Vortrag über Deutschpunk der heutigen Zeit halten wollen. Er zählte mir ca. 10 Bands aus den Achtzigern auf und lallte mir anschließend die scheinbar unumstößliche Tatsache ins Ohr, dass der Deutschpunk der heutigen Zeit für´n Arsch ist. Na denn – wenn Leute auf den alten Zeiten hängen geblieben sind, ist das deren Problem, aber dass, speziell auf dieses Thema bezogen, früher alles besser war, ist totaler Bullshit. Es gibt nämlich ne´ Menge hoffnungsvoller und guter Bands die nach der Jahrtausendwende die Bühnenbretter erklommen haben, aber dass brauche ich ja der musikalisch geschulten Ugyl Punk Leserschaft nicht erzählen.

FEUERWASSER, beheimatet in Witten, sind z.B. ein Paradebeispiel dafür und hauen mich mit einem neuen Album in Gepäck, welches orkanartige Winde aus den Boxen erzeugt, direkt aus den Chucks. Der genaue Ablauf: Eingelegt, aufgedreht, die ersten Töne vernommen und sofort begeistert gewesen. FEUERWASSER sind schnell, manchmal sogar sehr schnell, und dabei auch noch melodisch, wofür vorwiegend die solide Gitarrenarbeit sorgt. Die Solis tragen die textlich ernsten und wütenden Stücke und untermalen auch gerne mal gekonnt die Refrains, während das Schlagzeug fast pausenlos darauf bedacht ist, die ganze Sache voranzutreiben.

Im Stil der letzten FAHNENFLUCHT Platte feuern die Ruhrpottler hier 13 Raketen ab, von denen alle sofort zünden. Bis vielleicht auf das etwas gewöhnungsbedürftige “Was?!“, welches sicherlich mit einem zwinkernden Auge komponiert wurde, aber auch nichts daran ändert, dass ich von diesem Album und solchen Hits wie “Amok“, “Bekannter Fremder“ oder “Ende vor Augen“ schwer begeistert bin. Für mich die Überraschung und das Hitalbum dieses Quartals. Eigentlich kaum zu glauben, das FEUERWASSER noch ohne Label sind. Steff

www.feuerwasserpunk.com