BELA B. – CODE B

BELA B. – CODE B
(BPX 1992)

BELA B. schmeißt sein zweites Soloalbum auf den Markt und ehrlich gesagt hat die erste Singleauskopplung “Altes Arschloch Liebe“ schon im Vorfeld ganz gut Spannung aufgebaut. Solche rockigen Popnummern, oder auch poppige Rocknummern, sind meiner Meinung nach die absolute Stärke des bekanntesten Stehschlagzeugers der Welt.

So ist es auch kein Wunder, das neben der Liebesabrechung mit hingabevoller Einsicht am Schluss, die ersten drei Nummern “Rockula“, “Geburtstagsleid“ und “In diesem Leben nicht“ meinen Geschmacksnerv angenehm berühren. Im mittleren Drittel der Platte verlässt Bela dann den direkten Weg durch die Mitte und wandelt auf experimentierfreudigeren Pfaden, so dass mir bei Songs wie “Onenightstand“ oder “Hilf dir selbst“ das Folgen etwas schwerer fällt. Aber wer BELA B. oder DIE ÄRZTE kennt, der weiß, dass Ausflüge in andere Gebiete, im Dienste der Vielseitig- und Einzigartigkeit, dazugehören. Wenn dann “Als wir unsterblich waren“, welches gut und gerne auch als zweiter Teil des ÄRZTE Songs “Als ich den Punk erfand“ durchgehen könnte, das letzte Drittel einläutet, komme ich erneut auf meine Kosten und auch als Bela mit “Der – schon fast kämpferisch-revolutionären – Wahrheit“ das Kapitel “Code B“ abschließt, ist das Staunen groß.

Vom Gesamtbild her ist die Platte etwas düsterer als der Vorgänger “Bingo“ – vor allem wenn der Graf tief singt, möchte man ihn schon fast als GUNTHER GABRIEL des Deutschrocks oder den JOHNNY CASH des Punkrocks betiteln. Zurück bleibt lediglich eine Frage. Woraus in aller Welt, woraus schöpft Herr B. seinen schier unerschöpflichen Ideenreichtum? Spike

www.bela-b.de