AHEAD TO THE SEA – STILL ANGRY, STILL HAPPY

AHEAD TO THE SEA – STILL ANGRY, STILL HAPPY
(Boot & Leg Records)

Und ich dachte schon fast, jetzt wo es ACROSS THE BORDER wieder gibt, wären AHEAD TO THE SEA friedlich eingeschlafen. Sind se aber nicht, wie “…still angry, still happy“ beweist, denn eine einjährige Live Pause wurde zum Schreiben neuer Songs genutzt. Ob sich die Live Pause gelohnt hat? Hören wir doch mal rein.

Anfangs bin ich etwas überrascht. “Kein König, kein Sklave, kein Gott“, nanu, steigen die Freiburger nun auf Parolen um? Nicht das ich ein Anti-Parolen Verfechter wäre, aber so was haben die Breisgauer doch eigentlich nicht nötig. Haben sie auch nicht, denn anschließend geht es wie gewohnt weiter. Sozialkritisch und hinterfragend nimmt die Anti-Fascist-Folkpunk Action ihren Lauf und veröffentlicht ihren Bericht zur Lage der Nation. Es wird sogar stellenweise richtig herzlich, nämlich dann, wenn AHEAD TO THE SEA sich bei den Leuten bedanken, die hinter oder neben der Bühne stehen. Und alle die selbst mal ein Konzert veranstaltet haben, wissen wie viel Arbeit damit verbunden ist und wie gut es tut, wenn eine Band ohne Rockstarallüren keinen Selbstverständlichkeitsgedanken hegt und sich auch mal bedankt. Bei Thema Konzert bleibt die Folk-Punkband auch mit dem Chanson des armen Musikers. Hier wird das kritische Thema “Gage“ angesprochen und die Band hat völlig recht, dass durch Spritkohle noch längst keine CD Produktion, Studiomiete oder Autoverschließteile finanziert werden können. Ein heikles Thema, mit dem sich TON STEINE SCHERBEN schon in den 70´gern auseinandersetzen und sich einiges anhören mussten.

Aber zurück zur Musik. Diese bleibt natürlich gewohnter und anspruchsvoller Folk-Punk, der auch weiterhin in diesem Genre ganz weit oben mitspielen wird. Auch wenn ich anmerken muss, dass mir der Vorgänger “Treffer, versenkt!“ eine Nasenlänge besser gefallen hat. Steff

www.ahead-to-the-sea.com