ABO ALS LEBEN: TSCHÜSS DEUTSCHLAND – WIR SIND DANN MAL ALLE WEG

ABO ALS LEBEN: TSCHÜSS DEUTSCHLAND – WIR SIND DANN MAL ALLE WEG
Edition PaperONE
Lützener Straße 77
04177 Leipzig

Steingrim Knaute, Anfang 30, Studienabbrecher, Szenehopper und überzeugter Kiffer, lebt mehr schlecht als recht im Leipziger Szenestadtteil Connewitz. Mit den Eltern hat er sich verkracht und Kohle hat er auch keine. Als er den Punk Jauche kennen lernt verändert sich sein Leben jedoch rasant. Versehentlich verursachen die beiden einen Massenaufstand in Connewitz. Als Folge des Aufstandes spaltet sich Connewitz von Deutschland ab und schließt sich den Niederlanden an. Doch das will sich der deutsche Staat nicht bieten lassen und entwickelt ganz eigene Methoden…

Abo als Leben alias Abo Alsleben stellt uns mit “Tschüss Deutschland“ seinen ersten Roman vor. Nachdem Herr Alsleben bereits in mehreren Bands und Filmprojekten aktiv war und zweifacher Weltrekordhalter ist, beweist er uns mit diesem ersten Teil einer geplanten Connewitz-Trilogie, dass er auch schriftstellerisches Talent hat. Das Buch ist ein Sammelsurium seltsamer Gestalten, in denen man als gediegener Punk so einige Charaktere gut auf den Freundeskreis projizieren könnte. Da hängen Punker rum, Kiffer, Glatzen, Kiddies, Künstler und Rentner, aber auch unfähige Arbeitsamt-Angestellte und hohle Securities. Sehr lebensnah und authentisch wird das Leben in Connewitz beschrieben. Gut, einige Dialoge sind zwar ausgelutschte Weisheiten und altbackene Sprüche, aber so is das Leben nun mal. Die Erzählweise erinnert dagegen stark an die “Hartmut und Ich“ Romane von Oliver Uschmann und auch so einige andere Einflüsse, bestimmt auch autobiographische, kann man durchaus erkennen. Gerade der Anfang erinnert mich stark an den Film ‘Kids’. Der Schreibstil ist zwar recht simpel, aber flüssig und fesselnd. Dabei ist nichts vorherzusehen. Sobald man denkt, man weiß wie der Hase läuft, schlägt er wieder einen Haken. Mit der Zeit wird das ganze immer absurder und wahnwitziger. Dabei bleibt Alsleben immer bei seinem nüchternen Erzählstil, als sei das alles dass normalste der Welt, z.B. wenn  Steingrim und Jauche die Band SLAYER mit Dope versorgen, bis diese nicht mehr spielen können.

Der erste Teil der Trilogie ist, auch wenn die Dramaturgie etwas auf der Strecke bleibt, wirklich unterhaltsam, lustig und kurzweilig. Vieles kennt man (also ich) aus dem eigenen Alltag und die utopische Vorstellung vom freien Connewitz hat ja auch was! Ich freue mich jedenfalls auf den zweiten Teil mit dem Titel “Ahoi Connewitz“, der bereits erschienen ist. Mirko
Hinweis: Punker-freundlich in großer Schrift und mit wenigen Buchstaben pro Seite gedruckt!

www.editionpaperone.de