BERLINER WEISSE – IN TOIFELS KÜCHE

BERLINER WEISSE – IN TOIFELS KÜCHE
(Bandworm Records)

Ich muss gestehen, dass ich von BERLINER WEISSE schon einiges gehört habe, aber leider nichts Musikalisches. Das änderte sich erst mit dem letzten Schlachtrufe Sampler, auf dem sie eine klare Ansage gegen Hohlbratzen brachten, die in den Dreckslappen von Thor Steinar rumlaufen. Solche Songs, vor allem wenn sie von Oi-Bands kommen, empfinde wohl nicht nur ich als wichtig und genau dieser Song machte mir die Band auf Anhieb sympathisch.

Nun kommt die aktuelle CD der Berliner auf mein Tischlein geflattert und für mich bietet sich somit die Möglichkeit, mal einen Einblick in Toifels Küche zu bekommen. Auf den Bildern gleicht die Zubereitung eher einem Splatterfilm, aber neben abgetrennten Köpfen steht sicherlich noch einiges mehr auf der Speisekarte. Die Vorspeise mit “Viva BW“, “Manche Wunden“ und “Keine Toleranz“ ist schon mal nicht zu verachten. Der Hauptgang weist dann allerdings mit den Songs “S.S.L.L.H.H.“, “Bier und Stulle III“ und “Bikomafu“ drei Stücke auf, die mir, zumindest textlich, doch etwas schwerer im Magen liegen, während mir der Nachtisch mit “Ganz oben“ und “Mutter“ dann wieder etwas besser bekommt. “Einmal zahlen bitte!“ rufe ich dem Kellner nach dem Verzerr zu, der mich beim Abkassieren fragt, ob es mir denn geschmeckt hat.

Ich antworte ihm, dass ich im Großen und Ganzen zufrieden bin, aber hin und wieder ein bisschen zuviel Salz aufgetragen wurde. Außerdem konnte ich vernehmen, dass während der Zubereitung etwas viel übers Ficken geredet wurde und auch das die Tierliebe erst beim Braten anfängt, kam mir zu Ohren. Ansonsten, so fuhr ich fort, kann ich mit den Speisen und dem Umgangston in ihrer Küche ganz gut leben und das musikalische Rahmenprogramm während meiner Schlemmerstunde, gepaart mit der Stimme des Chefkochs, spricht für ein Restaurant, dass ich gerne weiterempfehlen werde. Spike

www.berliner-weisse.com